Komödie Der Bonner Rechtsanwalt Karsten Dusse landete 2019 mit seinem humoristischen Kriminalroman „Achtsam morden“ einen Sensationserfolg. Das Opus gibt es längst auch als Komödie fürs Theater. Jetzt ist sie am Freitag, 6. Februar, 20 Uhr, in der Festhalle Viersen zu erleben. Eine Schauspielerin und ein Schauspieler verkörpern in 18 verschiedenen Rollen den erstaunlichen, sein Leben verändernden Entwicklungsprozess des Strafverteidigers Björn Diemel bei seinem Versuch, die in einem Seminar erlernten Regeln der Achtsamkeit zu beherzigen und akribisch zu befolgen. Dabei kommt es zu himmelschreiend komischen Begegnungen mit der Unterwelt. In Viersen spielen mit: Martin Lindow, Stephan Bürgi und Yael Hahn. Pascal Breuer führt die Regie, Su Sigmund zeichnet für die Ausstattung verantwortlich. w.g.

Das etwas andere Pferdebuch

Kinderbuch Die Hauptfigur dieses Buchs hat vier Beine und eine Mähne. „Unterwegs mit Harry“ (für Kinder ab acht Jahren) ist ein etwas anderen Pferdebuch, weil es die Pferdeperspektive einnimmt. Harry ist ein Tinker-Wallach, also ein stämmiger, nervenstarker Warmblüter. Der Autorin gelingt eine gute Balance zwischen amüsanter Erzählung und tierischer Wahrnehmung. So wie andere Artgenossen versteht Harry den Tonfall, aber nicht den Sinn der Worte; er hat eine Vorliebe für saftige Wiesen, Leckerchen und Schlammbäder. Ein etwas anderes Pferdebuch ist es auch deshalb, weil keine handelsüblichen Pferdemädchen übers Feld galoppieren, sondern ein älterer Herr namens Helmut. Der einsame Großvater will seinen Enkel zum Geburtstag überraschen, und Harry als ehemaliges Reitpony von Ben ist mit von der Partie. Es wird eine putzige Reise mit Pleiten, Pech und herzlichen Begegnungen unter anderem mit einem Shetlandpony namens Tüte. saja

Zum Buch: „Unterwegs mit Harry“ von Beate Dölling, Tulipan Verlag, 160 Seiten, 15 Euro.

Eines der bedeutendsten Orgelwerke des 20. Jahrhunderts an der vielleicht schönsten Orgel der Welt – das führt zu einem erregenden, tiefsinnigen, geistvollen und zutiefst poetischen Hörerlebnis. Die Rede ist von den „Trois danses“ des französischen Komponisten Jehan Alain (1911–1940). Die drei Sätze sind überschrieben mit: „Joies“ (Freuden), „Deuils“ (Trauer) und „Luttes“ (Kämpfe). Der Komponist schrieb diesen Zyklus zwischen 1937 und 1940 (er starb als Soldat an der Front) und verwendete dabei eine differenzierte Rhythmik und reichhaltige Harmonik, die sich nah- und fernöstlicher Einflüsse bedient. Mancher, der die „Trois danses“ live erlebt hat, ist in eine Vorform der Ekstase geraten. Im Internet gibt es bei Youtube eine sensationelle Einspielung von Christophe Mantoux an der legendären Cavaillé-Coll-Orgel der Abteikirche Saint-Ouen in Rouen zu bestaunen. Sie fächert den delikaten, aber unerbittlichen Reiz der Musik großartig auf. Mantoux spielt den Zyklus eher zurückhaltend in den Tempi, das erhöht die Sogkraft ungemein. Im ersten Stück gibt es eine komplexe Stelle mit bizarrer rhythmischer Überlagerung: Die rechte Hand spielt Quintolen, die linke Septolen, das Pedal normale Achtel. Ergebnis: Der Hörer hebt ab. w.g.