Kapitän äußerte Kritik 

Abschied vom 1. FC Nürnberg: Knoche wechselt zu Arminia Bielefeld

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Nach dem 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern im Herbst ging Nürnbergs Innenverteidiger Robin Knoche verbal in die Offensive, um für mehr Einsatzzeit zu werben. Die bekam er in der Folge nur zeitweise. Dafür gab es ein kritisches Hinrundenfazit. Nun steht der Abschied des Kapitäns vom FCN fest. Arminia Bielefeld vermeldete am Freitag die Verpflichtung des 33-Jährigen. Zur Vertragslaufzeit machte der DSC keine Angaben.

„Robin war mit seiner Einsatzzeit nicht zufrieden und ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, die Chance in Bielefeld nutzen zu wollen“, sagte Nürnbergs Sport-Vorstand Joti Chatzialexiou in einer Klubmitteilung. Knoche erklärte dort: „Es war mir eine Ehre, Kapitän in diesem Verein zu sein. Gemeinsam durften wir zwei unvergessliche Derbysiege feiern und noch viele weitere tolle Momente genießen.“

Knoche war nur noch bis Saisonende in Nürnberg gebunden, wohin er im Sommer 2024 – etwas überraschend – von Bundesligist Union Berlin gewechselt war. In der 2. Liga stand er in seiner ersten Saison mit Ausnahme von drei verletzungsbedingt verpassten Partien immer auf dem Platz. In der aktuellen Spielzeit bekam er an den ersten 19 Spieltagen dagegen nur vier Startelfeinsätze und wurde siebenmal eingewechselt; so auch beim erwähnten 1:1 in Kaiserslautern, wo er in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum Punktgewinn verwandeln konnte.

Klose wies Knoche-Vorstoß zurück – „Hat leider zwei vor sich“

„Man hat schon gesehen, dass ich einen Mehrwert für die Mannschaft habe, wenn ich auf dem Platz stehe, oder der Mehrwert auf jeden Fall größer ist“, hatte Knoche nach der Partie beim FCK Ende Oktober betont. Trainer Miroslav Klose sah das nicht ganz so. Der Coach reagierte: „Wir wissen, was Robin Knoche kann, was er unserer Mannschaft bringt, aber der hat leider zwei vor sich, momentan Fabio Gruber und Luka Lochoshvili. Die sind einfach besser und das ist einfach Fakt.“


Hier wird über den 1. FC Nürnberg diskutiert

Nach dem 2:1-Sieg gegen Hannover 96 im letzten Spiel vor Weihnachten – Knoche war wieder eingewechselt worden – zog er ein Hinrundenfazit. „Wir hatten Höhen, aber vor allem auch viele Tiefen“, ließ er wissen. Man habe noch „sehr, sehr viel Arbeit“ vor sich. „Wir müssen zusehen, dass wir konstanter werden. Wir können nicht immer hoffen, dass eine Halbzeit reicht.“ Zu seiner eigenen Situation erklärte er: „Ich habe alles dazu gesagt, wie ich es sehe. Daran hat sich nichts geändert.“ Noch-Kollege und Neu-Kapitän Gruber betonte nun am Dienstag vor dem Freitagsspiel des Clubs gegen Preußen Münster (18:30 Uhr): „Wenn ich mir aber jetzt unsere Mannschaft anschaue und sehe, was wir für Jungs haben, mache ich mir da gar keine Sorgen.“

Der Wechsel Knoches ist in der FCN-Abwehr einer von voraussichtlich drei Abgängen in diesem Winter. Ondrej Karafiat (31) wurde vergangene Woche verabschiedet. Hoffenheims Leihspieler Tim Drexler (20) soll zeitnah nach Salzburg weiterziehen – Letzteres gegen den Wunsch des Trainers. „Irgendwo ist es normal, dass viele Spieler kommen und uns viele Spieler verlassen“, konstatierte Klose zu dem Thema. „Daran habe ich mich als Trainer und vor allem hier in Nürnberg gewöhnen müssen. Das bringt das Geschäft mit sich.“ Auf dem Transfermarkt soll sich der FCN nun nach weiteren Alternativen für die Defensive umsehen.

Knoche ersetzt schwer verletzten Felix in Bielefeld

Aus Bielefeld war von Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel zu hören: „Wir konnten mit Robin Knoche einen Spieler mit großer Erfahrung und ausgeprägten Führungsqualitäten für uns gewinnen. Ich bin überzeugt, dass er ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft wird, unserer Defensive noch mehr Stabilität verleiht und uns sofort weiterhelfen kann. Robin hat ab dem ersten Gespräch eine sehr positive Energie und Vorfreude für unsere anstehenden Aufgaben vermittelt.“

Knoche bekundete in der DSC-Mitteilung: „Nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen war für mich schnell klar, dass ich den aufgezeigten Weg mitgehen und meinen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten möchte. Der persönliche Umgang und die Klarheit in den Gesprächen haben mir sofort das Gefühl gegeben, dass es passt.“ Bei der Arminia ersetzt Knoche den schwer an der Schulter verletzten Joel Felix (28), der nach einer Operation mehrere Monate fehlen wird.

Anm.: Dieser Artikel erschien am 30.01. erstmals um 9:48 Uhr und wurde nach Bekanntgabe des Wechsels aktualisiert.