Dresden. Derzeit gilt für Dresden noch immer der „Verkehrsentwicklungsplan 2025+“ der allerdings mit Annahmen aus dem Jahr 2010 arbeitet. „Damals spielten Digitalisierung, E-Mobilität und auch Klimathemen eine untergeordnete Rolle. Das Dokument ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne).
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
„Mobi-Dialog“ seit 2021
Seit 2021, damals galten noch die Kontaktbeschränkungen der Corona-Zeit, arbeitet Dresden daher an einem neuen Verkehrsentwicklungsplan 2035+ für die Jahre bis 2045. Deutschlandweit noch immer nicht Standard: Die 70 dafür mittlerweile gefundenen Einzelmaßnahmen wurden in einer extrem umfangreichen Bürgerbeteiligung gefunden.
25 ausgewählte Einwohner der Stadt, das Rathaus hatte im Vorfeld zu Bewerbungen aufgerufen, sind Teil des Mobi-Dialogs. Zudem sind alle Fraktionen des Stadtrates beteiligt, sowie Verbände und Institutionen wie ADFC, ADAC, die IHK aber auch Fridays for Future.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Innerhalb von zehn Sitzungen hat man sich in dem nicht öffentlichen Dialog von einzelnen Fokus-Szenarien auf ein gemeinsames Kompromissszenario geeinigt. Nicht die einzelnen Maximalforderungen, sondern dieser Kompromiss wird im März ein letztes Mal als „Mobi-Vote“ den Dresdnern zur Bewertung vorgestellt, die dann digital für jedes einzelne Projekt den Daumen heben, senken oder sich neutral verhalten können.
Finale Abstimmung im Rat im Herbst
Im Herbst wird diese Abstimmung dann ausgewertet sein und das komplette Dokument wird dem Rat zum Beschluss vorgelegt. Die einzelnen Projekte sind damit weder finanziert noch beschlossen, wohl aber Grundlage für die weiteren Planungen der Stadt.
Die 70 ausgewählten Maßnahmen beabsichtigt die Stadt erst im März im Detail vorzustellen. Nicht jeder Schritt ist den Beteiligten dabei aber leichtgefallen. „Im alten Plan standen 27 Streckenverlängerungen für den ÖPNV. Das ist völlig illusorisch, damit weiterzuplanen“, sagt der Chef-Verkehrsentwicklungsplaner im Rathaus, Frank Fiedler. Die Erweiterung der Linien 8 und 11 und die neue Linie 5 in der Johannstadt bleiben jedoch Teil des neuen Verkehrsplanes.

Die neue Carolabrücke ist Teil des neuen Planes, sonst fehlen echte neue Großinvestitionen wie die sich im Bau befindliche Campus-Linie zwischen der Südvorstadt und Löbtau. „Die vorhandene Infrastruktur wird meist weiter genutzt und zeitgemäß weiterentwickelt“, sagt Bürgermeister Kühn.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Neue Elbquerung als Teil der Forderungen
Das Thema höhere Parkgebühren wird besprochen, der vierspurige Ausbau der Magdeburger Straße ist final gestrichen. Enthalten bleibt hingegen eine Elbquerung zwischen Ostragehege und Pieschen. „Das war ein intensiver Wunsch im Mobi-Dialog. Das hat uns beeindruckt“, sagt Fiedler.
2021 hatte Dresden zuletzt intensiv über eine neue Brücke zwischen dem grünen Ostragehege als Ort zum Erholen und für den Sport und dem dicht bebauten Pieschen diskutiert. Drei Standorte wurden erarbeitet, die Brücke sollte Platz für Fußgänger, Radler und Straßenbahngleise bieten. Geworden ist daraus nichts, obwohl die Ideen Teil des Verkehrsentwicklungsplanes 2025+ sind. Auch eine Fährverbindung wurde nicht reaktiviert.
Denken ist preiswerter als Bauen, der neue Plan ist daher immer auch zum Priorisieren da.
Frank Fiedler
Chef-Verkehrsentwicklungsplaner im Rathaus
In Dresden gibt es seit 1950 sogenannte Generalverkehrspläne. Planer und Politiker haben darin aufgeschrieben, wie sich der Verkehr in der Stadt im Rahmen der vorhandenen Gelder und überregionalen Pläne weiterentwickeln soll. „Denken ist preiswerter als Bauen, der neue Plan ist daher immer auch zum Priorisieren da“, so Frank Fiedler weiter.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Für den aktuellen Mobi-Dialog gab Dresden 120.000 Euro für die bisherigen zehn Sitzungen zum Beispiel für Moderation, Miete, Technik und Aufwandspauschalen aus.
SZ