So schnell kann Kritik Wirkung zeigen. Mit seiner Wutrede sorgte Kroatien-Trainer Dagur Sigurdsson (52) bei der Handball-Europameisterschaft für mächtig Wirbel. Im Vorfeld des Halbfinals zwischen seiner Mannschaft und Deutschland (Freitag, 17.45 Uhr/ARD und Dyn) hatte sich der Isländer über den eng getakteten Spielplan und Reisestrapazen beklagt.
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Dabei nahm der ehemalige Bundestrainer kein Blatt vor den Mund und ging die Europäische Handballföderation (EHF) hart an. Unter anderem sagte er: „Sie sind wie ein Fast-Food-Unternehmen. Sie kümmern sich nicht um die Qualität, sie verkaufen nur. Eigentlich sind sie wie eine Eventagentur. Sie bestellen einfach ein paar Künstler, veranstalten eine gute Show und eine nette Pressekonferenz. Es spielt keine Rolle, dass wir morgens vier Stunden von Malmö hierherfahren mussten.“
Neben Sigurdsson hatte sich im Verlaufe des Turniers auch Spieler kritisch geäußert. Am Tag nach der denkwürdigen Pressekonferenz reagierte die EHF – und kündigte Änderungen an.
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So schreibt der Verband, dass bei der Europameisterschaft 2028, die in Spanien, Portugal und der Schweiz stattfindet, keine aufeinanderfolgenden Spieltage mehr angesetzt würden. Bedeutet: Teams müssen nicht mehr an zwei Tagen hintereinander spielen. In der Hauptrundengruppe II mussten die Teams beim diesjährigen Turnier beispielsweise die letzten beiden Spiele am 27. und 28. Januar austragen.
Schon bei der Frauen-EM 2026 sollen im Dezember Ruhe- und Reisetage getrennt werden. Diese Änderung soll im Anschluss bei allen Männer- und Frauen-Turnieren umgesetzt werden. Sigurdsson kritisierte, dass seine Mannschaft am Tag zwischen dem letzten Hauptrundenspiel und dem Halbfinale von Malmö nach Herning (knapp 340 Kilometer Fahrstrecke) reisen musste. Dadurch sei eine umfassende Spielvorbereitung kaum möglich.
