Dresden. Mit einem emotionalen Statement wandte sich der Vorsitzende der Dresdner Gestaltungskommission (GK) an diesem Freitag an Stadträte und Vertreter der Stadtverwaltung in der Sitzung der Architekturhüter. „Ich glaube, es wäre gut, wenn die Planer der vier beauftragten Büros für den Neubau der Carolabrücke die Chance erhalten würden, trotz des Stadtratsbeschlusses mehr Freiheit in der Gestaltung zu bekommen“, sagte Wolfgang Lorch.

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Der Stadtratsbeschluss sieht vor, dass der Ersatzneubau vier Spuren für den motorisierten Verkehr haben und breiter als das alte Bauwerk werden soll, um Rad- und Fußwege zu integrieren. Darüber wurde im Stadtrat heftig debattiert, aber es fand sich eine Mehrheit dafür.

„Alle externen Mitglieder der Gestaltungskommission sind überzeugt, dass man alternativ überlegen sollte, ob es statt der Vierspurigkeit und der geplanten Spannweite eine bessere Lösung geben könnte. Deshalb: Öffnen Sie die Aufgabenstellung“, so Lorch in seinem Appell.

Wichtige Entwicklungsmöglichkeiten

Die Mitglieder der Gestaltungskommission seien sich bewusst, dass eine parlamentarische Entscheidung im Stadtrat zur Spurigkeit und Breite gegeben habe. Aber man könnte diese ein Stück weit öffnen, ohne den Fortgang der Planung aufzuhalten. „Im Interesse dieser Stadt wäre es wichtig, wenn es diese Entwicklungsmöglichkeiten gäbe“, beschwor Lorch das Gremium.

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Im Anschluss an die Sitzung erläuterte Lorch noch einmal, dass er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Gestaltungskommission über den Brückenersatzbau diskutiert hätte. „Wir haben den Blick von außen auf Dresden. Ich fühle mich als Berater auch verpflichtet, meine Meinung zu sagen.“

Es würde auch die Chance geben, mit einer alternativen Lösung Kosten einzusparen, argumentierte Christoph Mäckler, ebenfalls GK-Mitglied. „Es handelt sich um das Geld der Kommune und ihrer Bürger. Das sollte auch eine Rolle spielen.“

Was die Spannweite angeht, könne man beispielsweise untersuchen, ob man Fußgänger und Radfahrer auf einem Weg fahren lässt und so die Breite verringern könnte, argumentierte Wolfgang Lorch. „Die Planer würden vielleicht Lösungen finden, sie müssen nur danach suchen dürfen.“

SZ