Die Hauptstadt hat es nicht leicht. So viele Straßen und Plätze. Und dann noch der Winter. Gut, dass Berlin einen Bürgermeister hat, der das „Regieren“ sogar im Namen trägt.

Kai Wegner (CDU) hat öffentlich die gefährliche Lage und die „extremen Wetterbedingungen“ beklagt. Angesichts der in der Tat flächendeckend spiegelglatten Fußwege und massenweise taumelnder und stürzender Passanten appellierte er nach längerem Zusehen an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz „in Ausnahmen möglich zu machen“.

Effektive Gefahrenabwehr?

Potz Blitz! So sieht offenbar effektive Gefahrenabwehr aus. Wie heißt es doch so schön: In der Not schlägt die Stunde der Exekutive. Während man sonst in Ausnahmesituationen eher an die Rechte der Parlamente erinnern muss, die ja in der Demokratie das Wesentliche entscheiden sollen, entmannt sich die Regierung in Berlin komplett selbst.

Eine Kapitulation und eine Offenbarung, die auch nicht nachträglich durch eine Allgemeinverfügung aus der Welt geschafft werden kann. Die Hauptstadt wird nicht regiert. Da nutzen all die Sonntagsreden zur Widerstandsfähigkeit und Wehrhaftigkeit und die Auslobung einer Million für Hinweise auf die Ergreifung von anschlagswütigen Extremisten wenig. Zumal es sich hier um ein wiederkehrendes winterliches Phänomen handelt.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein? Leider nein. Abwählen kann man diese Politik auch nicht. Denn das müsste ja organisiert werden.