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 Penzberg - Fotowettbewerb des Fairtrade- und Umweltteams - „Auch so schon schön“: So hat Leon Watzlawek (11) sein Foto von der Raupe des Schwalbenschwanz-Falters genannt. Er holte sich damit den Sieg im Feld der Elf- bis 15-Jährigen. 1/2026„Auch so schon schön“: So hat Leon Watzlawek (11) sein Foto von der Raupe des Schwalbenschwanz-Falters genannt. Er holte sich damit den Sieg im Feld der Elf- bis 15-Jährigen. © Wolfgang Schörner

Fast 100 Bilder reichten 36 Kinder bei einem Fotowettbewerb in Penzberg ein. Die Siegerfotos entstanden durch blitzschnelle Reaktion. Sogar ein Profifotograf war begeistert.

Penzberg – Mit der Nahaufnahme einer schwarz-gelb-weißen Raupe, die sich einmal in einen Schwalbenschwanz-Falter verwandeln wird, hat Leon Watzlawek (11) in seiner Altersgruppe der Elf-bis 14-Jährigen den ersten Preis beim Fotowettbewerb des Penzberger Umwelt- und Fairtrade-Teams geholt. „Genial, wie Du die Raupe genau in den Farben des Strauchs erwischt hast“, lobte Profifotograf und Juror Konrad Wothe bei der Preisverleihung.

Penzberg - Fotowettbewerb des Fairtrade- und Umweltteams - „Süßigkeiten-Diebe“ nennt Tamia Scheifinger (9) ihr farbenfrohes Foto von den Wespe auf den Bonbons. Sie siegte damit in der Gruppe der Sieben- bis Zehnjährigen. 1/2026„Süßigkeiten-Diebe“ nennt Tamia Scheifinger (9) ihr farbenfrohes Foto von den Wespe auf den Bonbons. Sie siegte damit in der Gruppe der Sieben- bis Zehnjährigen. © Wolfgang Schörner

„Auch so schon schön“ hat Leon Watzlawek sein Foto genannt. Schön, soll dies heißen, ist auch schon die Raupe. Er hat das Foto mit einem Handy geschossen. Hat er sich lange auf die Lauer legen müssen? Der elfjährige Gymnasiast schüttelt den Kopf. Er sei mit dem Rad von der Schule heimgefahren. Als plötzlich die Fahrradkette heraussprang, stieg er vom Rad, bückte sich – und sah die Raupe auf dem Strauch. Eigentlich fotografiere er nicht viel, mal im Urlaub oder Tiere. Einen Bezug zur Natur hat er aber. Sein Vater, erzählt Leon Watzlawek, sei beim Bund Naturschutz und habe ihm sehr viel über Insekten erzählt. „Wenn man genau hinschaut, bemerkt man sie viel eher.“

Ebenfalls den ersten Preis, und zwar in der Altersgruppe der Sieben- bis Zehnjährigen, holte sich Tamia Scheifinger (9). Ihr Bild heißt „Süßigkeiten-Diebe“ und zeigt ein Dutzend Wespen auf bunten Bonbons. „Wirklich ein ganz tolles Bild“, so Profifotograf Wothe. Die Szene hatte sie mit einer kleinen Kamera festgehalten. „Es war gar nicht so schwer“, erzählt die Grundschülerin. Sie habe die Wespen zufällig entdeckt und sich gedacht, das es mit diesem Hintergrund sicherein schönes Foto werde. „Das erste Bild war total verschwommen, das Fünfte war‘s dann.“ Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht.

Knapp 100 Fotos wurden eingereicht

Das interreligiöse Umwelt- und Fairtrade-Team in Penzberg hatte den Wettbewerb „Die Kleinen ganz groß“ veranstaltet, um den Blick auf Insekten und Spinnen zu lenken, die einen großen Teil der Artenvielfalt ausmachen. 36 Kinder und Jugendliche reichten fast 100 Bilder ein. Jeweils zehn wurden in den zwei Altersgruppen prämiert. Bei den Älteren waren dies auch ein Schmalbock-Käfer im Morgenlicht (Nikolai Lohmann, 2. Platz) und eine Zwergspinne auf einem Kürbis (Johanna Kandlinger, 3. Platz), bei den Jüngeren die Raupe eines Kiefernschwärmers, die von Waldameisen überfallen wird (Jakob Bertle, 2. Platz) und ein Schmetterling zwischen Blumen (Simon Killi, 3. Platz). Andere Fotos zeigten eine Ameisenzikade, die von einem Tautropfen trinkt, und einen Maikäfer, der von einem Finger startet.

Der Jury gehörten Schüler der Foto-AG des Gymnasiums und der Konrad Wothe an, den die „Gesellschaft für Naturfotografie“ zum „Naturfotograf des Jahres 2025“ gekürt hat. Er war in jungen Jahren Kameramann von Tierfilmer Heinz Sielmann und dreht selbst Dokus fürs Fernsehen. Er sei froh, sagte der Penzberger, dass der Jury Schüler der Foto-AG angehörten, „weil sie die Foto unvoreingenommen betrachtet haben“. Die beiden ersten Preise sind übrigens ein Workshop mit ihm im Botanischen Garten.

Begeistert von den Fotos zeigten sich bei der Preisverleihung auch Georg Kurz vom Umwelt- und Fairtrade-Team („Ich habe gedacht: Wow“) und Rathaus-Pressesprecher Thomas Kapfer-Arrington. Die besondere Erkenntnis sei, es lohne sich, genau hinzuschauen und auf den richtigen Moment zu warten, sagte er. Wothe erzählte, dass sich das Umweltteam vergangenes Jahr mit Artenvielfalt beschäftigt und überlegt habe, wie man mehr auf Insekten aufmerksam machen kann. So entstand die Foto-Idee. Dreiviertel der Tiere seien Insekten, so Wothe. Sie seien wichtig fürs Bestäuben, für die Beseitigung von Unrat und für gesunde Böden. Ein Viertel habe man schon verloren. „Und von den Vorhandenen sind 40 Prozent vom Aussterben bedroht.“