In den USA ist der prominente Journalist Don Lemon in Zusammenhang mit einem Anti-ICE-Protest festgenommen worden. US-Justizministerin Pam Bondi schrieb auf X, Lemon sowie drei weitere Personen seien „in Zusammenhang mit der koordinierten Attacke“ auf eine Kirche in Minnesota festgenommen worden. Was genau ihnen vorgeworfen wird, schrieb sie nicht. Lemons Anwalt Abbe Lowell warf der Trump-Regierung einen „beispiellosen Angriff“ auf die Pressefreiheit vor. Sein Mandant sei in seiner Funktion als Reporter am Ort gewesen.
Die Aktion in der Kirche in Minnesota ereignete sich bereits am 18. Januar, Lemon wurde am Donnerstag in Los Angeles festgenommen. Aktivisten hatten einen Gottesdienst in St. Paul gestört, der Hauptstadt von Minnesota. Sie vermuteten den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE-Büros dort. Die mutmaßliche Organisatorin sowie zwei weitere Personen wurden bereits kurz Tage nach der Aktion festgenommen.
Richter lehnte Anklage gegen Lemon ab
Lemon hatte während der Aktion in der Kirche Interviews geführt. In der vorigen Woche hatte ein Richter noch den Antrag von Bundesstaatsanwälten abgelehnt, in Zusammenhang mit dem Kirchenprotest Anklage gegen Lemon zu erheben. Sein Anwalt Lowell sprach nach der Festnahme davon, dass es sich um einen „durchschaubaren Versuch“ der Regierung handle, die Aufmerksamkeit von den vielen Krisen abzulenken, mit der sie konfrontiert sei.
© Lea Dohle
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Hakeem Jeffries, demokratischer Fraktionsführer im Repräsentantenhaus, forderte auf X die Freilassung Lemons. Das Justizministerium sei illegitim „und diese Extremisten werden alle für ihre Verbrechen gegen die Verfassung zur Rechenschaft gezogen werden“, schrieb Jeffries.
Der offizielle Account des Weißen Hauses teilte auf X ein Bild von Lemon, beschrieben mit dem Beginn einer Redewendung: „When life gives you lemons“ (deutsch: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt…“). Dazu enthält der Post ein Ketten-Emoji, das auf die Festnahme anspielt. Eigentlich lautet die Redewendung: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.“
Der US-Sender CNN hatte sich im April 2023 von dem Morgenmagazin-Moderator Lemon
getrennt, nachdem dieser mit Äußerungen über die republikanische
Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley scharfe Kritik im konservativen
Lager hervorgerufen hatte. US-Präsident Donald Trump nannte Lemon während seiner ersten Amtszeit 2018 den „dümmsten Mann im Fernsehen“. Anlass war ein Interview von Lemon mit Basketball-Superstar LeBron James, der Trump vorwarf, Rassismus in den USA zu befördern.