Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt den Zeitplan für die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche mit Russland infrage. Ort und Zeit des ursprünglich für Sonntag in Abu Dhabi geplanten Treffens könnten sich ändern, sagt Selenskyj vor Reportern. Er wisse derzeit nicht, wann die nächste Begegnung stattfinde. Als Grund nennt er unter anderem Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Zudem sei es wichtig, dass alle vereinbarten Teilnehmer anwesend seien. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner würden am Wochenende nicht nach Abu Dhabi reisen.

Die Ukraine hat offenbar einen russischen Spion enttarnt. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU teilte am Donnerstag mit, dass es einen russischen Versuch, seine Marine-Drohnenbasen durch einen Maulwurf innerhalb der ukrainischen Marine anzugreifen, vereitelt habe. In einer Mitteilung war von einem „Soldaten der Spezialbrigade für unbemannte Luftfahrzeuge der ukrainischen Marine“ die Rede, der wegen der Verschwörung festgenommen worden sei.

Der Verdächtige sei Berichten zufolge durch einen Bekannten vom russischen Geheimdienst angeworben worden. Der SBU erklärte, an der Spionageabwehr-Operation seien einige der höchsten Militärs der Ukraine beteiligt gewesen, darunter Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj.

Nach Berichten über russische Drohnen mit Starlink-Satellitenverbindung hat das ukrainische Verteidigungsministerium den US-amerikanischen Raumfahrtkonzern SpaceX von Milliardär Elon Musk kontaktiert. „Ich bin der Präsidentin von SpaceX, Gwynne Shotwell, und besonders Elon Musk für die schnelle Reaktion und den Beginn der Arbeiten an der Lösung des Problems dankbar“, schrieb Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bei Telegram. Zuvor waren mehrere russische Drohnen unerwartet über ukrainischen Städten aufgetaucht.

Den Berichten zufolge waren die Fluggeräte direkt über die von SpaceX bereitgestellte Internetverbindung steuerbar. Damit seien sie in der Lage, besonders niedrig zu fliegen und können sich unbemerkt von der Flugabwehr Zielen nähern. Am Montag kreiste bei Tageslicht eine derartige Drohne bereits mehrere Minuten über dem Zentrum der Hauptstadt Kiew, ohne dass Luftalarm ausgelöst wurde. Die Dreimillionenstadt ist über 180 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und mit modernen westlichen Flugabwehrsystemen und Radaren ausgestattet.