Der Herrenausstatter Wormland ist insolvent – eine Rettung ist nun endgültig gescheitert. Rund 250 Mitarbeitern und den Vermietern der Ladenflächen musste gekündigt werden. Das geht aus Informationen des Insolvenzverwalters Stephan Michels hervor. Als entscheidende Instanz habe der vorläufige Gläubigerbeschluss die Schließung von Wormland beschlossen.

Das Insolvenzverfahren wurde vom Amtsgericht Osnabrück über die Theo Wormland GmbH eröffnet. Die acht Filialen werden geschlossen – in Berlin ist die Filiale in der Mall of Berlin betroffen. Die einzigen Läden, die nicht betroffen sind, sind die beiden in Hannover und Oberhausen. Über diese beiden Standorte solle der Abverkauf der bestehenden Warenbestände erfolgen.

Herrenmode hat zurückhaltende Käuferschaft

Erst vor einem Jahr wurde das Unternehmen aus einer Insolvenz gerettet. Im November hatte Wormland beim Amtsgericht Osnabrück zum wiederholten Male einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die anhaltende Zurückhaltung beim Kauf von Herrenmode war der Auslöser für die Schieflage bei dem Unternehmen.

Bei der Investorensuche hat es nach Angaben des Insolvenzverwalters mehrere Interessenten gegeben, die Angebote vorlegten. Keines davon sei annahmefähig gewesen – die ungelöste Mietsituation sei jedoch der Hauptgrund gewesen. Sofern bekannt, soll es keine Einigungen zwischen den Interessenten und den Vermietern für die Übernahme der Mietverhältnisse gegeben haben. Den Gläubigern sei das Risiko am Ende zu hoch gewesen.

Voranschreitendes Ladensterben – auch in Berlin

Die Schließung werde nun von einem Abwicklungsteam organisiert. Weiterhin könnten Gespräche zur Übernahme der Standorte geführt werden, sofern sich Interessenten doch mit den Vermietern der Filialen einigen, erklärte der Insolvenzverwalter.

Was Wormland derzeit passiert, ist kein Einzelphänomen – auch nicht in Berlin. Ein Spaziergang durch Mitte offenbart leere Straßen, heruntergelassene Metallgitter und Gewerbeflächen, die zur Miete stehen. Nicht nur Ladenketten wie etwa Wormland schließen allerorts, sondern vor allem kleine Modeboutiquen.

Der Einzelhandel kann sich die hohen Mieten nicht mehr leisten. Die Notlage hatte der Berliner Senat im vergangenen Jahr bereits erkannt. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hatte damals vor dem Start der Koalitionsverhandlungen im Bund eine Mietpreisbremse für Gewerbe gefordert, weil kleine und mittlere Betriebe aus der Innenstadt verdrängt würden. Der Bund müsse die Voraussetzungen für eine gesetzliche Handhabe der Länder schaffen.