Die Börsenglocke wird in der Frankfurter Börse geläutet.

marktbericht

Stand: 30.01.2026 18:25 Uhr

Ein ereignisreicher Börsentag geht zu Ende. Der DAX konnte am letzten Handelstag im Januar verlorenen Boden gut machen. Für Auftrieb hat vor allem das Rekordergebnis bei Adidas gesorgt.

Der DAX hat den Handel heute im Plus beendet – bei rund 24.559,86 Punkten. Über den gesamten Monat hinweg hat der deutsche Leitindex jedoch kaum zugelegt. Die Anleger haben sich angesichts geopolitischer Unsicherheiten weitgehend zurückgehalten.

Heute sorgte vor allem US-Präsident Donald Trump für Bewegung an den Märkten. Er hatte den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Der US-Senat muss Trumps Kandidaten noch als künftigen Leiter der Federal Reserve bestätigen.

Powells Amtszeit endet regulär im Mai. Warsh gilt eigentlich als „Inflation Hawk“, der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen. Sein Augenmerk liegt mehr auf Preisstabilität, während er vor einer zu lockeren Geldpolitik und Inflationsrisiken warnt – er befürwortet also eher Zinsanhebungen.

„Die schlimmsten Befürchtungen, dass die Fed ihren guten Ruf als verlässliche Notenbank verliert, dürften sich mit Warsh nicht bewahrheiten“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Der Dollar reagierte verhalten positiv. Bei den Edelmetallen beschleunigte sich der Preisverfall. Silber fiel zeitweise unter die erst vor einer Woche überwundene 100-Dollar-Marke und verlor in der Spitze 17,4 Prozent auf 95,88 Dollar je Feinunze. Gold verbilligte sich bis zum Abend um bis zu acht Prozent auf 4.958 Dollar je Feinunze.

Erst am Montag hatte der Preis für das Edelmetall die 5.000-Dollar-Marke überschritten und war zuletzt bis auf 5594,82 Dollar je Feinunze gestiegen. Spekulationen auf einen restriktiveren Fed-Chef sowie die leichte Erholung des Dollar setzen den Edelmetallen nach der jüngsten Rekordrally zu.

Zu den Nachrichten aus den USA gehörte die Quartalsbilanz vom iPhone-Hersteller Apple. Der Umsatz stieg um rund 16 Prozent auf 143,8 Milliarden Dollar. Vor allem in China war die Nachfrage hoch.

Von den Unternehmen in Deutschland macht der Sportartikel-Hersteller Adidas von sich reden: Der Konzern übertraf mit seiner Jahresbilanz 2025 die Erwartungen bei Umsatz und Betriebsgewinn. Das Unternehmen steckte sowohl die Einfuhr-Zölle der US-Regierung weg – Adidas fertigt in Asien und liefert naturgemäß auch in die USA – wie auch den schwachen Dollar-Kurs, der nach Angaben des Unternehmens eine Milliarde Euro Umsatz gekostet hat.

Auch für die künftige Entwicklung zeigte sich das Management zuversichtlich und kündigte milliardenschwere Aktienrückkäufe an. Bei den Anlegern kamen die Aussagen sehr gut an. Die Aktie stieg bis zum Mittag um mehr als fünf Prozent.

Dennoch befinden sich die Papiere des DAX-Konzerns seit längerem in einem Abwärtstrend. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie mehr als 40 Prozent verloren.

Auch im laufenden Jahr stand vor der Veröffentlichung der Eckdaten ein Minus von rund 16 Prozent zu Buche. Um den Negativtrend zu brechen, müsste der Kurs schon an die Marke von 168 Euro heranlaufen. Am Morgen notierte das Papier zuletzt bei rund 150 Euro.

In Frankfurt läutete am Morgen die berühmte Glocke: Es gab einen Börsengang. Mit Asta Energy wagt sich das erste Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Die Aktie war für 29,50 Euro ausgegeben worden – der erste Kurs erreichte 43 Euro.

Die Österreicher sind vor allem auf Kupferprodukte spezialisiert – und profitieren damit zum Beispiel vom Boom bei Rechenzentren. Mit Branchenschwergewicht Siemens Energy hat Asta Energy einen großen Partner.