Vor eineinhalb Jahren hat Wiesbaden die ersten Linienbusse mit Kameras gegen störende Falschparker ausgestattet. Weil das offenbar gut funktioniert, gibt es jetzt Nachschub.

Ein Bus mit einer Frontkamera und Blick auf die Busspur

Bahn frei, so soll es sein. Wenn jemand die Spur blockiert, kann der Busfahrer die Kamera auslösen.
Bild © Ariane Wick (hr)

Die Stadt Wiesbaden probiert seit September 2024 eine neue, aber auch naheliegende Methode gegen Falschparker aus, die auf Busspuren oder an Haltestellen den Verkehr behindern: 14 der rund 260 Linienbusse wurden damals mit Frontkameras ausgestattet, die der Fahrer auf Knopfdruck auslösen kann.

Weil das Modell offenbar gut funktioniert, wird es ausgeweitet. Rund 200 Meldungen gehen jeden Monat beim Straßenverkehrsamt ein, wie die Stadt am Freitag in einer Bilanz des Projekts mitteilte. Deshalb sollen nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 40 weitere Busse Kameras bekommen.

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Pilotprojekt auch in Frankfurt

Wiesbaden hatte damals als erste Stadt in Hessen solche Kameras eingeführt und wurde damit zum Vorbild: Im Dezember 2025 kündigte die Stadt Frankfurt an, ebenfalls Busse mit Frontkameras zum Melden von Falschparkern auszustatten. Zunächst sollten zehn davon angeschafft werden.

Das Prinzip klingt einfach: Steht ein Falschparker im Weg, kann der Busfahrer auf eine spezielle Taste drücken und damit die Kamera auslösen. In Wiesbaden kommen dadurch im Schnitt jeden Monat mehrere tausend Bilder beim Betreiber ESWE zusammen.

Monatlich 200 Bilder aus tausenden

Die Bilder müssten dann auf Tauglichkeit untersucht und unbeteiligte Personen und Fahrzeuge verpixelt werden, wie ESWE-Sprecher Jürgen Hüpohl erklärte. Damit sei bereits jetzt ein Mitarbeiter mehrere Stunden am Tag beschäftigt. Am Ende blieben im Schnitt rund 200 meldefähige Bilder im Monat übrig. Über das Bußgeld in Höhe von meistens 70 Euro entscheiden dann die Behörden.

Insgesamt zeigt sich ESWE trotz des Mehraufwands aber zufrieden mit dem Projekt. Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals würden den Einsatz des Systems als erfolgreich bewerten. Die meisten Verstöße würden in Wiesbadens Innenstadt dokumentiert, vor allem am Kaiser-Friedrich-Ring, der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße.

In Frankfurt werden die aufgenommen Bilder laut Stadt direkt an die städtische Bußgeldstelle geschickt. Hier soll bis Ende 2026 getestet und dann entschieden werden, ob das Projekt ausgeweitet wird.