50 Jahre nach dem Mord an der zwölfjährigen Marion Baier in Mittelfranken hat die Polizei vor zwei Wochen den Cold Case neu aufgerollt. Denn eine DNA-Spur stellte eine unmittelbare Verbindung zwischen den Mordfällen Marion Baier und Sonja Hurler her. Nachdem der Fall bei Aktenzeichen XY im ZDF zu sehen war, haben die Ermittler in Fürth und Kempten rund 150 Hinweise zu den beiden Cold Cases erhalten, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Dennoch sind wichtige Fragen offen.
Am 21. Januar dieses Jahres wandte sich die Kripo Kempten in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ mit dem Mordfall Sonja Hurler (1981 geschehen) an die Öffentlichkeit. Denn eine männliche DNA-Spur, die im Rahmen wiederaufgenommener Ermittlungen gesichert worden war, konnte bei einer routinemäßigen Überprüfung auch an der Kleidung der im Jahr 1973 in Oberasbach (Landkreis Fürth) ermordeten Marion Baier entdeckt werden.
Aufgrund dieser Übereinstimmung gehen die Ermittler davon aus, dass ein und derselbe Täter die Morde an den beiden Mädchen begangen hat und richten folgende, für die Ermittlungen zentrale Frage an die Bevölkerung:
■ Wer kennt in seinem Umfeld Personen, die insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren sowohl Verbindungen nach Mittelfranken in den Raum Zirndorf als auch nach Kempten bzw. ins Allgäu hatten?
150 Hinweise, seit der Cold Case bei Aktenzeichen XY gezeigt wurde
Seit Ausstrahlung der Sendung gingen bei der Polizei rund 150 Hinweise ein. Neben Hypothesen allgemeiner Art liegen der Polizei mittlerweile auch konkretere Hinweise zu Personen und Firmen vor. Zudem sind Meldungen über mutmaßliche Parallelen zu anderen Tötungs- und Sexualdelikten bei der Polizei eingegangen, die unter anderem unter Einbindung der Operativen Fallanalyse (OFA) auf Überschneidungen untersucht werden.
Unabhängig davon haben die Ermittler in Kempten und Fürth zwischenzeitlich begonnen, die vorliegenden Hinweise auf weiterführende Ermittlungsansätze für die beiden Cold Cases zu überprüfen.
Wer hat Fotos vom Fischerfest in Zirndorf am 1. Juli 1973?
Zur Identifizierung von Personen, die auf dem Fischerfest in Zirndorf Kontakt zu Marion Baier hatten, hoffen die Ermittler weiterhin auf die Zusendung von Fotos oder Filmen vom Festbetrieb am 01. Juli 1973. Bislang ging bei der Kriminalpolizei kein entsprechendes Bildmaterial ein, auch nicht über das Upload-Portal. Darüber hinaus nimmt die Polizei auch weiterhin Hinweise über die Rufnummer 0911 2112-3333 entgegen, teilt die Polizei abschließend mit.
sli