Stand: 30.01.2026 20:43 Uhr

Es ist eine alarmierende Zahl: 15 Menschen ohne festen Wohnsitz sind in diesem Jahr schon in Hamburg gestorben. Das hat die Staatsanwaltschaft dem NDR bestätigt. Zuvor hatte die „taz“ berichtet.

Die Menschen starben nahe dem S-Bahnhof Wilhelmsburg, hinter dem Hauptbahnhof, auf der Lombardsbrücke, in den Unterkünften des Winternotprogramms und im Krankenhaus.

CDU: „Hamburg hat ein massives Problem“

„Hamburg hat ein massives Problem beim Schutz obdachloser Menschen“, stellt Andreas Grutzeck von der CDU fest. Auch er hatte beim Senat nach der Zahl gestorbener Obdachloser gefragt. Er wirft ihm vor, dieses Problem nicht zu benennen und offensichtliche Defizite nicht anzuerkennen. Der Senat verweist auf das Winternotprogramm, das bisher an jedem Tag in diesem Jahr freie Plätze hatte sowie auf andere Hilfsangebote in der Stadt.

Wer ernsthaft helfen wolle, müsse sich mit den Gründen auseinandersetzen, warum Menschen trotz Lebensgefahr nicht in die Unterkünfte gehen, sagt Grutzeck. Es brauche eine ehrliche Analyse, konkrete Verbesserungen und ein Hilfesystem, das die Realität der Betroffenen ernst nimmt. „Hinz&Kunzt“-Geschäftsführer Jörn Sturm fordert, dass die Unterkünfte ganztägig öffnen. Dort sollten mit den Menschen gemeinsam Perspektiven für den Weg aus der Obdachlosigkeit entwickelt werden.

Sozialbehörde: „Unterbringung deutlich ausgebaut“

Die Sozialbehörde erklärt, die Stadt habe die Unterbringung obdachloser Menschen deutlich ausgebaut. Das System sei heute vielfältiger, zielgruppensensibler und stärker vernetzt als früher. Im gesamten vergangenen Jahr starben auf Hamburgs Straßen 28 obdachlose Menschen.

Der Mitternachtsbus der Diakonie versorgt in Hamburg Obdachlose.

Die Hamburger Sozialbehörde hat obdachlose Menschen zu ihrer Gesundheit befragt. Ein Großteil gab an, dauerhaft beeinträchtigt zu sein.

Ein Mann schüttet zerkleinertes Marihuana in einen Joint.

Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben den Drogenkonsum von Wohnungslosen untersucht. So soll den Menschen besser geholfen werden.

Eine Frau geht bei Schneetreiben in Hamburg an einem obdachlosen Menschen vorbei.

700 Schlafplätze stehen in Unterkünften in Hammerbrook und Moorfleet bereit. Das Angebot soll Menschen vor dem Erfrieren schützen.

Menschen vor der Drogeneinrichtung Drob Inn in Hamburg, die einen Sichtschutz bekommen hat.

Viele Anwohnende fühlen sich im Bereich rund um den Hamburger Hauptbahnhof im Stich gelassen. Polizei und Sozialbehörde reagieren auf die massive Kritik.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.01.2026 | 06:00 Uhr