Nach der Kreisliga vor einer Woche startet an diesem Wochenende auch die Fußball-Bezirksliga ins neue Jahr und damit die Rückrunde. Kann dabei der Bezirksliga-Derby-Knaller zwischen dem Cronenberger SC und dem FSV Vohwinkel am Sonntag (15 Uhr) vor sicher ordentlicher Kulisse angepfiffen werden? Zu Beginn des Wochenendes sieht es ganz danach aus – auch wenn noch am Donnerstagmorgen eine Schneedecke auf dem Horst-Neuhoff-Sportplatz gelegen hatte. Die dürfte jedoch bei vorhergesagten Temperaturen von sechs bis acht Grad spätestens am Spieltag selbst verschwunden sein.

Die Vorzeichen vor dem Rückrundenauftakt sind klar: Auf der einen Seite der Tabellendritte und Favorit aus Vohwinkel, der sich den Aufstieg in die Landesliga zum Ziel gesetzt hat und auf der anderen Seite die jungen Wilden des CSC, die die Außenseiterrolle gerne annehmen. Zehn Punkte trennen beide Teams derzeit, was primär aber mit dem schwachen Saisonstart der Cronenberger zu tun hat. Seit Mitte der Hinrunde punktet die Mannschaft von Trainer Samir El Hajjaj konstant und geht auch deshalb keinesfalls chancenlos ins Derby.

Jeweils zwei Neue
bei CSC und FSV

„Wir wollen den Schwung von vor der Winterpause mitnehmen. Die Jungs sind gut vorbereitet und haben Bock“, sagt El Hajjaj vor dem Duell mit seinem Ex-Klub. Der 42-Jährige weiß allerdings auch um die Höhe der Hürde: „Der FSV ist ganz klar der Favorit. Dass sie sich in der Winterpause mit Niklas Burghard und Ercan Akhan zwei erfahrene Innenverteidiger ins Team geholt haben, zeigt gut auf, was dort dahinter steckt.“ Personell kann der CSC zudem alles andere aus dem Vollen schöpfen. Nicht im Detail auf konkrete Ausfälle eingehend sagt El Hajjaj: „Wir sind dünn besetzt, die Ausfallliste ist lang. Wenn wir etwas holen wollen, müssen wir unser Maximum abrufen.“ Immerhin: Die beiden Neuzugänge Jonas Niehues (SSV Bergisch Born) und Anouar Chourak (TSG Sprockhövel II) dürften aber dabei sein.

Eine Portion Extramotivation werden die Cronenberger Kicker darüber hinaus nicht benötigen, denn die Erinnerungen an die 0:6-Hinspielniederlage im August 2025 dürften noch nicht verblasst sein.

Damit rechnet man auch beim FSV und nimmt das als Mahnung. Die Vorbereitung bei den Füchsen lief ergebnistechnisch zufriedenstellend, am vergangenen Sonntag behielt man bei Ligakontrahenten BV Gräfrath mit 3:1 die Oberhand. Doch genau bei diesem Gegner hatte Offensivallrounder Henock Manata am 17. Spieltag eine Rote Karte kassiert und damit verbunden zwei Spiele Sperre, so dass er den Vohwinkelern iam Sonntag nicht zur Verfügung stehen wird. Zudem sind Malte Gerlich, Julian Kanschik und Ercan Akhan angeschlagen. „Ich erwarte, dass die Mannschaft von Samir El Hajjaj 100 Prozent geben wird, um sich für das Hinspiel zu revanchieren. Wir werden mit allem, was wir haben, dagegenhalten, wollen drei Punkte mitnehmen und oben dranbleiben“, gibt sich FSV-Coach Christian Bialke kämpferisch. In dieser Woche habe man zwei gute Trainingseinheiten absolviert, wisse aber nicht, was die Platzverhältnisse seit Donnerstag zulassen und schaue sich nach Alternativen um, damit man bestmöglich vorbereitet in die Partie gehe, so Bialke. Wie einige FSV-Akteure hat er eine Vergangenheit beim Cronenberger SC. „Wir hoffen, dass gespielt wird“, sagt Bialke. Dabei wird Kapitän Nico Sudano, der auch als Co-Trainer fungiert, erneut eine wichtige Rolle spielen.

Von den übrigen vier Wuppertaler Bezirksligisten hat nur der FK Jugoslavija ein Heimspiel und ist gegen den Tabellenvorletzten SG Hackenberg Favorit. Doch Vorsicht! Hackenberg hat sich in der Winterpause bekanntlich unter anderem mit Ex-WSVer Lennard Wagemann verstärkt.

Schützenhilfe des FK würden SSV Germania und Viktoria Rott, die Hackenberg zu den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zählen, sicher begrüßen. In beiden Teams hat es im Winter große Personalveränderungen gegeben und es wird spannend sein zu sehen, wie diese greifen. Der SSV Germania, derzeit auf Relegationsplatz 15 stehend, muss dabei in Wermelskirchen direkt bei einem Tabellennachbarn antreten. Rott, aktuell Tabellen-14., ist beim starken Tabellenzweiten SC Reusrath sicher Außenseiter.

Entspannt ist die Tabellensituation dagegen für den TSV Ronsdorf. Der muss am Sonntag bereits um 12.45 Uhr beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht DV Solingen II ran und hofft auf den neunten Saisonsieg. mkp/ryz/red