Luca Herrmann jubelt nach seinem Tor zum 1:2 mit Tony Menzel und Jonas Oehmichen

Stand: 30.01.2026 15:35 Uhr

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge winkt Dynamo Dresden gegen Arminia Bielefeld der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Erinnerungen an den Gegner könnten kaum besser sein.

Es war pure Ekstase, die Luca Herrmann am 24. August vergangenen Jahres bei allen Fans von Dynamo Dresden auslöste. Tief in der Nachspielzeit versenkte der Mittelfeldspieler eine Flanke per Fallrückzieher zum 2:1 im Tor von Arminia Bielefeld und sorgte damit für den überhaupt ersten Sieg der SGD nach dem Aufstieg.

24. August 2025: Luca Herrmann trifft in der Nachspielzeit per Fallrückzieher gegen Bielefeld und sorgt für grenzenlosen Jubel bei Dynamo Dresden.

Und natürlich hätte niemand in Dresden etwas dagegen, wenn sich die Geschichte am Sonntag (13:30 Uhr im Audiostream und Ticker) gegen die Arminia vor heimischer Kulisse wiederholt. Auch nicht Dynamo-Trainer Thomas Stamm. Der Siegtreffer aus dem Hinspiel, der im Übrigen auch zur Abstimmung für das „Tor des Jahres“ der ARD Sportschau steht, werde allerdings keinen Einfluss auf die Startaufstellung haben, erklärte Stamm. Herrmann blieb zuletzt nur die Rolle des Jokers. Durch sein „druckvolles Spiel“ sei es aber durchaus eine Option, dass der 26-Jährige gegen Bielefeld startet.

Dynamo kann an Bielefeld vorbeiziehen

Stamm hat seine Startaufstellung also offenbar noch nicht gefunden. Im Aufwärtstrend ist sein Team aber in jedem Fall. Dynamo hat nach zuletzt zwei Siegen in Serie wieder neues Selbstvertrauen getankt. Tatsächlich sind die Sachsen die einzige Zweitligamannschaft, die überhaupt mit zwei Erfolgen in die Rückrunde gestartet ist. Das liegt auch an den Neuzugängen – allen voran Abwehrspieler Thomas Keller hat eine neue Qualität ins Dresdner Spiel gebracht und sich gegen Fürth und den FCM als Torjäger ausgezeichnet. Auch dank ihm winkt Dynamo nun der dritte Sieg in Serie, mit dem man an Bielefeld vorbeiziehen und die direkten Abstiegsränge verlassen würde.

Die Tabelle spielt dabei für Stamm (noch) eine Nebenrolle. Abgerechnet wird schließlich erst am Ende der Saison. Viel wichtiger sei es, einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zu überholen. Denn die Liga gestaltet sich eng, sowohl im Aufstiegs- als auch im Abstiegskampf. „Ich glaube, dass wir noch am letzten Spieltag um den Klassenerhalt spielen müssen“, orakelte Stamm, „darauf müssen wir uns einstellen.“ Die jüngsten Auftritte haben aber gezeigt, dass die Richtung stimmt: „Das gibt uns Mut und Überzeugung.“

Stamm: Bielefeld „wird uns alles abverlangen“

Etwas anders gestaltet sich die Gemütslage beim Gegner. Bielefeld ist gemeinsam mit Dynamo aufgestiegen und legte einen starken Start in die Saison hin. Allein deshalb steht das Team von Mitch Kniat wohl überhaupt noch über dem Strich. Denn die Arminia wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg und steht in der Tabelle nur noch einen Punkt vor Dresden. „Trotzdem waren es enge und ausgeglichene Spiele“, betonte Stamm. Zuletzt sicherten sich die Ostwestfalen nach einer leidenschaftlichen Aufholjagd noch einen Punkt gegen Holstein Kiel. „Sie treten sehr variabel mit unterschiedlichen Systemen auf und werden uns alles abverlangen“, ist sich Dresdens Coach sicher.

In puncto Personal hat Stamm die Qual der Wahl. Einzig Keeper Lennart Grill fehlt langzeitverletzt. Dominik Kother trainiert derweil nur noch mit der U21 und hat wohl keine Aussicht mehr auf einen Kaderplatz bei den Profis. Anders sieht das bei Neuzugang Ben Bobzien aus, der von Bundesligist Mainz 05 ausgeliehen wurde. Der 22 Jahre alte Angreifer brennt auf seinen ersten Einsatz und hat im Training bereits „gute Dinge“ gezeigt, sagte Stamm: „Er ist auf jeden Fall eine Option – egal ob von Beginn an oder von der Bank.“

jsc

Mitteldeutscher Rundfunk