Dresdner Schauspiel wird 80
Der Grund für Wolfgang Stumphs Treue zu seiner Heimat
Aktualisiert am 31.01.2026 – 06:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Wolfgang Stumph am Elbufer (Archivbild): Als Student gründete er in Dresden das Amateur-Kabarett „Die Lachkarte“. (Quelle: Andreas Weihs/imago-images-bilder)
Er spielte den Trabi-Fahrer Struutz, den Postbeamten Wolle und 30 Jahre lang Kommissar Stubbe. Heute feiert der Dresdner Schauspieler und Kabarettist einen runden Geburtstag.
Mit der Kinokomödie „Go Trabi Go“ landet Wolfgang Stumph 1990 einen Volltreffer. Als Familienvater Struutz steuert er seinen himmelblauen Trabi „Schorsch“ von Bitterfeld nach Italien – und fährt sich damit in die Herzen eines Millionenpublikums.
Das Ost-West-Thema prägt auch weitere seiner Filme, wie die Sitcom „Salto Postale“ mit Stumph als Postbeamter Wolle Stankoweit, der sich regelmäßig Auseinandersetzungen mit seinem aus dem Westen stammenden Chef liefert. Am längsten prägt ihn jedoch eine andere Rolle: 30 Jahre lang, in 50 Folgen und vier Spezialepisoden, ermittelt er als Kommissar Stubbe – erst in Dresden, später in Hamburg. Seine Tochter Stephanie findet über die Serie als Filmtochter den Weg zur Schauspielerei.
Geboren am 31. Januar 1946 im schlesischen Wünschelburg zieht ihn seine Mutter allein in Dresden auf, nachdem der Vater nicht aus dem Krieg zurückgekehrt war. Stumph macht zunächst eine Ausbildung zum Kesselbauer und studiert nach dem Armeedienst Ingenieurpädagogik. Mehrere Jahre bildet er selbst Lehrlinge im Dampfkesselbau aus.
Doch schon in seiner Jugend entdeckt er seine Liebe zum Kabarett. Mit 33 Jahren wagt er den Sprung und besucht die staatliche Schauspielschule. Stumph spielt unter anderem beim Dresdner Kabarett Herkuleskeule, einem breiteren Publikum wird er Ende der 80er Jahre durch Fernsehauftritte in der Sendung „Showkolade“ bekannt. Mit der Wiedervereinigung und „Go Trabi Go“ gelingt ihm dann der bundesweite Durchbruch als Schauspieler.
2004 wird Stumph mit dem Bayerischen Fernsehpreis geehrt. 2021 erhält er für sein Lebenswerk den Ehrenpreis der Goldenen Henne, nachdem er zuvor bereits fünfmal mit dem Fernsehpublikumspreis ausgezeichnet wurde. Der Chefredakteur der Zeitschrift „Superillu“, Stefan Kobus, würdigt damals Stumphs Können in zahlreichen komischen bis tragischen Rollen. Er habe den Deutschen dabei „auch mehrfach den Spiegel vorgehalten“.
Auf die Frage, ob er zu DDR-Zeiten nie ans Abhauen gedacht habe, sagte Stumph in einem Interview mit der Zeitschrift: „Als Kabarettist bleibst du bei deinen Zuschauern und deren Problemen, die auch die meinen sind – ein Arzt lässt seine Patienten ja auch nicht im Stich.“ Auch Auswandern reize ihn „auf gar keinen Fall“. „Sachsen forever – das ist meine Heimat, hier bleibe ich“, stellt Stumph klar.
