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Ein neues Pflegeheim soll am Haderner Steg entstehen. Die CSU sieht Potenzial für mehr Wohnungen. Grüne und SPD lehnen den Vorschlag ab.
München – Am Haderner Steg soll auf einem städtischen Grundstück ein neues Pflegeheim gebaut werden. Die Planungen für diese Fläche waren am Donnerstag (29. Januar) Thema im Sozialausschuss des Münchner Stadtrats. Derzeit plant die Stadt einen viergeschossigen Bau. Die CSU/FW-Fraktion sah Potenzial für mehr preisgünstige Wohnungen und hat daher beantragt, an dieser Stelle ein höheres Gebäude zu ermöglichen. Der entsprechende Änderungsantrag wurde aber von Grünen und SPD abgelehnt. „Der Wohnungsmangel in München ist riesig“, sagt CSU-Stadtrat Andreas Babor. „Nun hätten wir die Möglichkeit, etwa 100 zusätzliche Wohnungen zu bauen – aber Grüne und SPD weigern sich. Wer soll das verstehen? Das ist städtebauliches und politisches Versagen.“
Der Wohnungsbau in München ist ins Stocken geraten. © Frank Hoermann/Sven Simon/ImagoGrüne und SPD lehnen Bau von Wohnungen über Pflegeheim in München ab: CSU übt scharfe Kritik
Bei dem Grundstück handelt es sich um eine Fläche von 8758 Quadratmetern, auf der ein stationäres Pflegeheim mit bis zu 135 Plätzen gebaut werden soll. Zusätzlich sollen eine Tagespflege, optional auch Nachtpflege, sowie maximal 13 Personalwohnungen geschaffen werden. Laut CSU/FW-Fraktion wäre durch Aufstockung des Gebäudes deutlich mehr Wohnraum möglich gewesen. Der Standort des geplanten Pflegeheims liegt zudem an der Autobahn. Unweit befinde sich ein Augustinum mit 13 Stockwerken, sodass ein größeres Pflegeheim sich in die Umgebung einfügen würde.
Babor: „In München gibt es kaum noch Flächen, die bebaut werden können. Wir sollten die vorhandenen Flächen klug nutzen und, wo es möglich ist, in die Höhe bauen.“ Am Haderner Steg eigne sich die Umgebung hervorragend für ein höheres Gebäude. Die Stadt habe dort die seltene Chance, auf einem eigenen Grundstück günstigen Wohnraum zu schaffen und diesen dann zum Beispiel an Pflegekräfte zu vergeben. „Diese Chance wurde heute verschenkt – ein weiterer Tiefpunkt der grün-roten Wohnungspolitik.“
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Fotostrecke ansehenGrüne und SPD verteidigen die Entscheidung: Änderungen hätten zu mehrjährigen Verzögerungen geführt
Grüne und SPD sehen das freilich vollkommen anders. „Wir wollten die Ausschreibung nicht von vornherein komplizierter machen“, sagt Stadträtin Sofie Langmeier. Es sei ohnehin schwer, geeignete Träger zu finden, die Altenheime bauen. „Deswegen war uns wichtig, dass wir schnell ausschreiben können, damit die dringend benötigten Altenheimplätze umgesetzt werden können.“ Laut Sozialreferat hätte der Änderungsantrag der CSU mehrjährige Verzögerungen für das Pflegeheim zur Folge. Und zudem gebe es für die Behauptung, es könnten 100 zusätzliche Wohnungen entstehen, keine Grundlage, so Langmeier. „Die CSU behauptet diese Zahl einfach. Gerechnet ist sie nicht. Ich bezweifle auch, dass es annähernd so viele Wohnungen werden können.“ Ferner sei die Tür für weiteren Wohnungsbau noch offen. Eine Aufstockung sei später weiterhin möglich.