Mehr als 22 Jahre nach dem Mord an Cäcilia Lange gibt es neue Ermittlungsansätze mit konkreterem Bezug nach Gelsenkirchen. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ vom 21. Januar 2026 berichtete die Kriminalpolizei von Hinweisen, die auf Zusammenhänge mit weiteren Straftaten im Ruhrgebiet hindeuten. Inzwischen hat die Polizei Essen zusätzliche Details zu diesen Fällen bekannt gegeben.
Neue Hinweise verbinden den Mord mit weiteren Taten in Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel
Die 78-jährige Rentnerin war im Oktober 2003 in ihrer Wohnung in Essen-Holsterhausen brutal getötet worden. Der Mord ist bis heute ungeklärt. Nach Einschätzung der Ermittler könnte die Tat im Zusammenhang mit Raub- und Diebstahlsdelikten zum Nachteil älterer Menschen stehen, die sich im Herbst 2003 unter anderem in Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel ereigneten.
Nach Angaben der Polizei wurden diese Raubstraftaten am 19. Februar 2004 abgeurteilt. Der damals Beschuldigte erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung (Aktenzeichen: 6 Ls 15 Js 772/03-70/03). Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass sich im Umfeld der Tatverdächtigen oder des Verurteilten weitere Personen mit relevantem Wissen befinden könnten.
Einer der beiden Fälle ereignete sich am 30. September 2003 in Castrop-Rauxel. Dort wurde eine 83-jährige Frau an der Straße Klothkamp Opfer eines räuberischen Diebstahls. Ein immer noch unbekannter Mann hatte an ihrer Tür geklingelt und vorgegeben, einen 50-Euro-Schein wechseln zu wollen. Als die Seniorin Bargeld aus dem Schlafzimmer holte, riss der Täter ihr den Beutel aus der Hand und flüchtete. Zeugen konnten sowohl den Mann als auch ein Fahrzeug mit dem Kennzeichen TUT-AX 503 beschreiben – ein Detail, das auch in der XY-Sendung thematisiert wurde.
Mordfall: 5000 Euro Belohnung ausgesetzt – räuberischer Diebstahl in Gelsenkirchen im Fokus der Ermittler
Am 3. November 2003 kam es zudem in Gelsenkirchen zu einem weiteren räuberischen Diebstahl, wieder war das Opfer eine 83-jährige Frau. Auch in diesem Fall konnten Zeugen den Tatverdächtigen sowie das Fahrzeug mit dem Tuttlinger Kennzeichen beschreiben. Weitere Einzelheiten zu dieser Tat liegen der Polizei zufolge jedoch nicht mehr vor.
Die Akten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Essen nach „dem Auslaufen der Weglagefrist am 31. Dezember 2019“ vernichtet worden, auch beim Amtsgericht Gelsenkirchen, wo ebenfalls nach dem hiesigen Raubdelikt ein Prozess stattgefunden hatte, sind keine Aufzeichnungen mehr vorhanden.
In der Fernsehsendung wurde zudem deutlich gemacht, dass die Ermittlungen im Mordfall Cäcilia Lange keine Festlegung auf eine bestimmte Täterperson zulassen. Zwar werde ein Hinweis auf eine mögliche Täterin ernst genommen, ausgeschlossen sei jedoch auch ein männlicher Täter nicht. Neue DNA-Untersuchungen hätten keine eindeutige Zuordnung ermöglicht; die Ermittler betonen, dass ein Täter nicht zwangsläufig DNA-Spuren am Tatort hinterlassen müsse.
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Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass es Mitwisser gibt, die Kenntnisse über den Mord an Cäcilia Lange haben könnten – möglicherweise auch im Umfeld der damals abgeurteilten Raubtaten in Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen. Diese Personen könnten heute bereit sein, Hinweise zu geben, etwa weil sie keinen Kontakt mehr zu den damaligen Beteiligten haben oder ihr Wissen nicht länger für sich behalten wollen.
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Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen, hat die Staatsanwaltschaft Essen eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt. Hinweisgeber werden gebeten, sich telefonisch unter 0201 8290 oder per E-Mail an hinweise.essen@polizei.nrw.de bei der Polizei Essen melden.