Der Angriff auf die Stromversorgung in Berlin hat auch in Dresden viele wachgerüttelt – erneut. Seit Jahren kritisieren Stadträte, dass die Ertüchtigung des Großtanklagers an der Bremer Straße trotz des Stadtratsbschlusses von 2022 weiterhin ausbleibt. Dort holen sich im Ernstfall Rettungskräfte und Katastrophenschutz Kraftstoff für ihre Fahrzeuge als auch für die Notstromaggregate für die Krankenhäuser.
Zuletzt forderten CDU und Team Zastrow eine neue Prioritätensetzung. Stadtrat Remo Liebscher (Team Zastrow) wollte das Projekt sogar ganz aus dem Verantwortungsbereich von Baubürgermeister Stephan Kühn herausnehmen lassen. Der konnte an der gestrigen Ratsdebatte wegen Krankheit nicht teilnehmen. Dafür hatte Ordnungsbürgermeister Jan Pratzka Neuigkeiten – es gibt eine Interimslösung.
Stadt gesteht Fehler ein
„Fakt ist, die bauliche und technischen Unterstützung für die von der Stadt geplanten Notstromlösung ist nicht abgeschlossen. Das ist unbefriedigend. Ich kann die Kritik aus Öffentlichkeit und Stadtrat nachvollziehen.“ Die Verzögerung habe viele Ursachen, darunter Planungsmängel in der Vergangenheit. Alle Partner seien sich der Bedeutung der Anlage bewusst und hätten jetzt einen „Plan B für die Übergangszeit entwickelt, wenngleich nicht in dem erforderlichem Umfang“.
Man habe mittlerweile ein günstigere und bessere Variante mit einer stationären, aber auch transportablen Container-Lösung gefunden. Sollte also „ein Blackout-Szenario eintreten, so hätten wir schon jetzt eine Möglichkeit, in dem Tanklager nachzutanken“, so Pratzka.
Die Planungen an der Dauerlösung seien abgeschlosse, der Umbau soll dieses Jahr beginnen und spätestens nächstes Jahr abgeschlossen werden.
Zudem gibt es seit zehn Jahren einen Notfallplan für einen Stromausfall, der regelmäßig überprüft wird. 2024 fand dazu eine Ernstfall-Übung mit den DVB, der SachsenEnergie und einzelnen Stadtbezirksämtern statt. Zudem wurden in mehreren Stadtteilen Tankstellen nachgerüstet, mit denen auch Notstromaggregate nachbefüllt werden können.