Friedhelm Funkel sagt der Fortuna ein langes Zittern um den Klassenerhalt voraus. Im Interview mit t-online spricht die Trainerlegende über Abstiegskampf, Torflaute und seine eigene Zukunft.
Er hat die Fortuna als bislang letzter Trainer in die Bundesliga geführt, genießt seit seinem Engagement zwischen 2016 und 2020 in Düsseldorf Legendenstatus. Und Friedhelm Funkel verfolgt immer noch ganz genau, was im deutschen Fußball und bei seinem Ex-Klub los ist.
Im Exklusiv-Interview mit t-online ordnet der 72-Jährige den aktuellen Abstiegskampf und die Situation der Fortuna ein und erklärt, worauf es jetzt ganz besonders ankommt. Außerdem spricht der Kulttrainer über seine Zukunft und verrät, ob er sich noch mal auf die Trainerbank setzen würde.
t-online: Friedhelm Funkel, wie schätzen Sie die aktuelle Lage im Abstiegskampf der 2. Liga ein?
Friedhelm Funkel: Es sind einige Mannschaften, die wirklich aufpassen müssen. Der Abstiegskampf ist sehr spannend. Wirklich weit abgeschlagen ist noch keine Mannschaft, auch wenn es Greuther Fürth als Tabellenletzter mit 16 Punkten sehr schwer haben wird. Dann hast du davor Dresden, Düsseldorf, Münster, Magdeburg, Bielefeld und Braunschweig. Insgesamt sieben Mannschaften, die wahrscheinlich sehr, sehr lange darum zittern müssen, in der Liga zu bleiben.
Einige hatten erwartet, gegen den Abstieg zu kämpfen, andere wie Fortuna ganz und gar nicht – ein psychologischer Vorteil?
Ja, auf jeden Fall. Die Erwartungshaltung ist nicht so hoch bei Klubs wie Preußen Münster oder in Dresden und Bielefeld. Gerade für die Aufsteiger ist immer das allererste Ziel, die erste Saison zu überstehen und in der Liga zu bleiben. Die Fortuna ist mit ganz anderen Erwartungen in die Saison gegangen. Düsseldorf wollte oben mitmischen und aufsteigen, so hat man es ganz offen gesagt.
Wie sehen Sie die Entwicklung bei der Fortuna?
Man sagt immer, es ist eine gute Mannschaft. Aber wenn du dann plötzlich in ganz anderen Regionen bist, als du es selbst erwartet hast, dann ist das nicht so einfach. Und was bei der Fortuna besonders problematisch ist: Sie schießen keine Tore. Fortuna hat mit Abstand die wenigsten Tore in der Zweiten Liga erzielt.
Düsseldorf kommt gerade mal auf 17 Treffer nach 19 Spielen …
Da müssen sie sich einfach steigern, sie müssen mehr Tore schießen. Alle anderen Teams unten in der Tabelle haben mindestens 20 Tore auf dem Konto, Bielefeld hat schon 29 Tore geschossen, Dresden 28. Und auch die Tordifferenz bei Düsseldorf ist nicht gut mit minus zwölf. Nur Fürth ist da mit minus 20 noch schlechter. Die werden es, wie schon gesagt, auch ganz schwer haben, dort herauszukommen.