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Das Lufthansa-Dilemma um die Allegris-Business-Class geht weiter. Die Sitze bleiben in der Boeing 787-9-Flotte bis Sommer gesperrt.

Frankfurt – Die Lufthansa steht vor einer weiteren Herausforderung mit ihrer neuen Allegris-Business-Class. Die lang erwartete Premiumklasse, die eigentlich die Kunden mit Stolz erfüllen sollte, bleibt bis in den Sommer 2026 hinein größtenteils ungenutzt. Diese Situation betrifft insbesondere die Boeing 787-9 Flotte und hat erhebliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb ab dem Flughafen Frankfurt.

Verzögerung der Zulassung sorgt für leere Sitze

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die vollständige Zulassung der neuen Allegris-Sitze noch nicht erteilt. Dies führt zu einer ungewöhnlichen Situation: In den Boeing 787-9 Flugzeugen der Lufthansa können nur vier von insgesamt 28 Business-Class-Sitzen genutzt werden. Die Fluggesellschaft hatte ursprünglich gehofft, die Sitze bereits um den Jahreswechsel 2025/2026 freigeben zu können. Nun sieht es so aus, als ob die endgültige Zertifizierung erst im Juli 2026 erfolgen wird. Darüber berichtete zuerst Bloomberg.

Diese Verzögerung hat erhebliche finanzielle Konsequenzen für Lufthansa. Die Airline muss auf lukrative Einnahmen aus dem Verkauf von Business-Class-Tickets verzichten, insbesondere während der wichtigen Sommersaison.

Wegen einer fehlenden Zertifizierung kann die Lufthansa ihre Allegris-Sitze noch nicht verkaufen. (Archivfoto)Wegen einer fehlenden Zertifizierung kann die Lufthansa ihre Allegris-Sitze noch nicht verkaufen. (Archivfoto) © Imago/Joaquim FerreiraAuswirkungen auf den Flugbetrieb in Frankfurt

Der Frankfurter Flughafen, als Hauptdrehkreuz der Lufthansa, ist von dieser Situation besonders betroffen. Die Airline muss ihre Flugpläne und Kapazitäten anpassen, um die Nachfrage trotz der eingeschränkten Business-Class-Verfügbarkeit zu bedienen. Dies könnte bedeuten, dass ältere und weniger wirtschaftliche Flugzeugmodelle länger im Einsatz bleiben müssen.

Für Passagiere, die eine Business-Class-Reise planen, ergeben sich durch diese Situation Unsicherheiten. Lufthansa kann derzeit keine Reservierungen für die gesperrten Plätze annehmen. Dies könnte dazu führen, dass Kunden auf andere Airlines ausweichen oder ihre Reisepläne ändern müssen. Besonders betroffen sind Strecken, die mit der Boeing 787-9 bedient werden.

Die Verzögerung bei der Zulassung ist auf strenge Sicherheitsanforderungen zurückzuführen. Die FAA verlangt umfangreiche Nachweise zur Crashsicherheit des Befestigungssystems der Allegris-Module. Boeing und der Sitzhersteller Collins Aerospace arbeiten intensiv an einer Lösung, doch der Prozess zieht sich länger hin als erwartet.

T3 in Bildern: Neues Terminal am Flughafen Frankfurt wird getestetZum Beginn des Testbetriebs am neuen Terminal 3 des Frankfurter Flughafens bestehen bestehen die Systeme für die europäische Ein- und Ausreise aus provisorischen Pappkartons. Insgesamt etwa 8.000 Komparsen sollen die Abläufe des neuen Terminals probehalber durchlaufen. Mitte April soll es dann offiziell eröffnet werden.Fotostrecke ansehenImageproblem für Lufthansa und Allegris

Die wiederholten Verzögerungen bei der Einführung der Allegris-Kabine belasten das Image von Lufthansa. Das Allegris-Konzept, das eigentlich als Vorzeigeprojekt geplant war, wird zunehmend mit Problemen und Verspätungen in Verbindung gebracht. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Marke Lufthansa haben, insbesondere im hart umkämpften Premiumsegment.

Lufthansa prüft verschiedene Optionen, um die Situation zu bewältigen. Eine Möglichkeit ist die Reaktivierung einiger in Teruel (Spanien) abgestellter Airbus A340. Dies könnte helfen, die Kapazitätsengpässe zu überbrücken, bis die Allegris-Sitze vollständig zugelassen sind.

Zwei Mal wöchentlich

Airline bedient neue Direktverbindung zum Flughafen Frankfurt

Lufthansa hält an ihrem Ziel fest

Trotz der aktuellen Herausforderungen hält Lufthansa an ihrem Ziel fest, die Allegris-Kabine in ihrer Flotte einzuführen. Ende 2026 soll das neue Produkt auf jedem dritten Interkontinentalflugzeug der Lufthansa-Mainline verfügbar sein, und im Jahr 2027 sollen mehr als zwei Drittel der Flotte damit ausgestattet sein.

Für Lufthansa bleibt die Situation eine Gratwanderung zwischen dem Streben nach Innovation und der Notwendigkeit, den laufenden Betrieb effizient zu gestalten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie gut die Airline diese Herausforderung meistern kann und welche langfristigen Auswirkungen die Verzögerungen auf ihre Wettbewerbsposition haben werden.