Dresden. Die Erinnerungskultur in Dresden hat einen neuen Akteur, und das im besten Wortsinn von Erinnern und Kultur: Die Dresdner Kapellknaben beteiligen sich am Gedenken an die Bombennächte im Februar 1945 und führen am 7. Februar um 19.30 Uhr ein Gedenkkonzert in der Kathedrale auf. Im vergangenen Jahr hatte sich der katholische Knabenchor erstmals am Gedenken beteiligt. Das soll verstetigt werden, kündigte Domkapellmeister Christian Bonath an.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir haben nicht nur einen künstlerischen und pastoralen Auftrag, sondern auch einen pädagogischen“, sagt der Domkapellmeister. „Unser Zentrum, die Kathedrale, wurde bei der Bombardierung Dresdens zerstört. Die Kapellknaben haben das Inferno nur überlebt, weil sie nach Schirgiswalde evakuiert worden waren. Als sie nach Dresden zurückkehrten, waren sie obdachlos.“ Das Kapellknabeninstitut an der Schloßstraße war in Flammen aufgegangen.

Präsent sein und Flagge zeigen

„Es ist wichtig, dass dieses Gedenken in der Stadt lebendig bleibt und sich unsere Kinder mit der Geschichte befassen, die auch die ihre ist, und davon erzählen“, erklärt Bonath, „Gedenken ist uns ein Herzensanliegen. Ich halte es für notwendig, dass wir präsent sind und Flagge zeigen.“ Erinnern sei dringender notwendig denn je.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Für das Gedenkkonzert hat er das Requiem von Gabriel Fauré ausgesucht. Das Werk hatte der Komponist 1887 nach dem Tod seiner Mutter geschrieben. „Er hat es speziell für Knabenchöre in relativ kleiner Besetzung komponiert“, erklärt der Musiker seine Wahl. Spannend sei auch die Instrumentierung mit großen Streichinstrumenten wie Bratschen, Celli und Kontrabässe.

Exzellente Musiker der Staatskapelle

Die Weltsicht von Fauré sei versöhnlich und nach vorne blickend. „Es ist ein Stück, das die Menschen ansprechen wird“, glaubt Bonath. Das Requiem ist nicht abendfüllend, es werden auch das Miserere von Gregorio Allegri und die Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklingen. „Wir werden von exzellenten Musikern begleitet“, so der Domkapellmeister, die Kapellknaben musizieren mit Mitgliedern der Staatskapelle.

Karten sind auf der Internetplattform eveeno.com oder im Dompfarramt, Schloßstraße 24, erhältlich.

DNN