Malorie Blanc beim Super G in Crans Montana

Stand: 31.01.2026 12:31 Uhr

Die Walliserin Malorie Blanc gewinnt daheim den Super-G in Crans-Montana. Auch Kira Weidle-Winkelmann ist schnell unterwegs. Ein kleines Drama erlebte Laura Pirovano.

Nach dem Rennabbruch am Freitag bei der Abfahrt stand am Samstag der Super-G in Crans-Montana in der Schweiz an. Und der konnte nicht nur stattfinden, sondern gestaltete sich besonders spannend mit engen Abständen und einer Siegerin, die den zuletzt so gebeutelten Ort Crans-Montana kennt wie nur wenige.

Denn die Schweizerin Malorie Blanc ist um die Ecke in Ayent aufgewachsen. Nun sicherte sie sich völlig überraschend ihren ersten Weltcup-Sieg in ihrer Karriere dank eines furiosen Schlussspurts im Zielhang. Dort war kein Kraut gegen sie und ihre Linie gewachsen im WM-Ort von 2027. Bislang war Blancs stärkstes Weltcup-Ergebnis ein zweiter Rang vor einem Jahr bei der Abfahrt in St. Anton in Österreich gewesen.

Weidle-Winkelmann Fünfte – Aicher verpatzt Olympia-Generalprobe

Die 22-jährige Blanc, 2024 Junioren-Weltmeisterin in der Disziplin, gewann mit 0,18 Sekunden Vorsprung vor der Italienerin Sofia Goggia und Breezy Johnson aus den USA (+ 0,36). Kira Weidle-Winkelmann vom SC Starnberg wurde knapp dahinter Fünfte (0,44). „Es ist ein sehr gutes Gefühl, dass ich wieder vorne mit dabei bin“, sagte sie im ZDF.

Die zweite deutsche Top-Fahrerin Emma Aicher verpatzte dagegen trotz einer starken Zwischenzeit im oberen Teil die Olympia-Generalprobe für die Spiele in Mailand und Cortina im Februar, weil sie im Fuchsloch wegrutschte, ein „Anfängerfehler“, wie sie selbst fand.

Pirovano wirft Sieg am vorletzten Tor weg

Noch aussichstreicher wäre die Italienerin Laura Pirovano im Vergleich zu Blanc im Rennen gewesen. Die 28-Jährige fuhr mit einer halben Sekunde Vorsprung in den Zielhang, verpasste dort jedoch das vorletzte Tor – und schied aus.

Anders als am Vortag, als noch heftiger Schneefall über den Hang hereingebrochen war, fand der Super-G nun unter herrlichem Sonnenschein und bei perfekter Sicht statt. Am Freitag waren noch drei von sechs Fahrerinnen gestürzt, darunter besonders schwer im Fuchsloch: US-Ski-Star Lindsey Vonn. Die 41-Jährge bangt nun eine Woche vor den Winterspielen um ihren Olympia-Traum.

Blanc und Goggia überzeugen im Schlussabschnitt

Stürze waren nun kein großes Thema am Samstag für die Fahrerinnen. Sondern vor allem der Umstand, wer mit dem wechselhaften Kurs zwischen Steil- und Flachpassagen am besten zurechtkommt. Lange war die überraschende Antwort darauf: die Italienerin Roberta Melesi, die am Ende Dritte wurde.

Die 29-Jährige war in dieser Saison lediglich 20., 13. und Elfte. Und zeigte nun besonders im zweiten Sektor eine starke Fahrt. Blanc und Melesis Teamkollegin Goggia konnten sie später jedoch in den unteren Abschnitten doch noch abhängen.

Goggia und Melesi mit Trauerflor für Crans-Montana-Opfer auf dem Podest

Goggia holte sich damit an diesem Wochenende als einzige echte Gold-Favoritin für die Winterspiele in Cortina noch eine große Portion Selbstvertrauen mit dem zweiten Rang.

Sie, Melesi und deren Teamkolleginnen waren ob der Silvester-Tragödie in Crans-Montana mit einem Trauerflor angetreten. Es gab zudem auch eine Schweigeminute. Und die Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer legten Blumen nieder, die Werbebanden sind in Schwarz gehalten: „Unsere Gedanken sind bei euch“, steht darauf.

Am Freitag gestürzte Lindsey Vonn wird weiter untersucht

Die Gedanken waren am Samstag aber auch bei Lindsey Vonn. Es sei „ein gutes Zeichen“ gewesen, dass sie selbst nach unten gefahren sei, sagte ihr Trainer Aksel Lund Svindal tags darauf.

Eine halbe Stunde nach dem Sturz wurde sie dennoch mit dem Helikopter abtransportiert. Mit einer Verletzung am linken Knie wird sie aktuell weiter untersucht. „Ich gebe gerade mein Bestes“, schrieb die US-Amerikanerin am Samtag bei Instagram.