Dänemark steht im EM-Finale – und ausgerechnet jetzt wackelt der Top-Favorit. Im Halbfinale im Jyske Bank Boxen setzte sich der Favorit mit 31:28 gegen Island durch, zuvor hatte Deutschland Kroatien ebenfalls 31:28 geschlagen. „Beide Mannschaften stehen verdient im Finale“, sagt Flensburgs Top-Däne Simon Pytlick (25). Es ist das letzte von insgesamt 65 Turnierspielen (18 Uhr, ZDF und Dyn live).
Sportlich ist Dänemark die Nr. 1 im Welthandball: Olympiasieger und viermaliger Weltmeister. Doch der EM-Titel fehlt seit 2012. Mit Gold könnten die Dänen Historisches schaffen und alle drei großen Titel gleichzeitig halten. Trotzdem ist die Ausgangslage heikel – denn ausgerechnet vor dem Finale ist das Zentrum schwer angeschlagen.
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Insgesamt fünf Kreisläufer fielen im Turnierverlauf aus oder waren gar nicht erst einsetzbar. Lukas Jörgensen (26/Kreuzbandriss), Emil Bergholt (28/Überlastungsreaktion im Mittelfuß), Frederik Ladefoged (29/Oberschenkel) und Andreas Magaard (27/Patellasehne). Zuletzt erwischte es Simon Hald (31/Aalborg), der mit Verdacht auf Gehirnerschütterung weiterhin im Krankenhaus liegt. Trainer Nikolaj Jacobsen (54) muss den Innenblock neu bauen – kurz vor dem größten Spiel.
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Quelle: DYN, BILD31.01.2026
Jacobsen spricht offen über die Lage – und schickt zugleich eine klare Ansage Richtung DHB-Team. „Ich kann nur sagen: Die kriegen keine bessere Chance als morgen. Wenn die uns einmal schlagen wollen, dann sollen sie versuchen, es morgen zu tun.“
Der Dänen-Trainer macht aber auch kein Hehl aus seinen Sorgen. „Morgen wird es schwierig. Wenn fünf Kreisläufer fehlen, dann kann ich das Spiel morgen nicht so genießen.“ Er sagt auch: „Es ist klar, ich wäre natürlich mit einem anderen Bauchgefühl reingegangen, wenn wir nicht so viele Verletzungen hätten.“ Auf BILD-Nachfrage zu Simon Hald erklärt Jacobsen: „Simon geht es gut, aber er ist immer noch im Krankenhaus.“
Trotz allem überwiegt die Vorfreude aufs Finale im eigenen Wohnzimmer in Herning. „Viele Dänen kommen, viele Deutsche. Es wird ein fantastisches Erlebnis, dieses EM-Finale zu spielen.“ Den Favoritenstatus empfindet Jacobsen nicht als Last. „Es ist nur positiver Druck. Die Jungs müssen nichts beweisen, sie haben ja alles gewonnen. Sie haben gezeigt, dass sie guten Handball spielen können.“
Und doch ist da die große Sehnsucht nach dem fehlenden Titel. „Die ist sehr groß, das ist klar. Dann habe ich alle drei gewonnen, das wäre gut.“ Entscheidend sei am Ende aber etwas anderes: „Morgen ist es wichtiger, dass man rausgeht, es genießt und Spaß hat. Und daran denkt, warum man angefangen hat mit Handball – weil man es liebt.“
