Prominenter Besuch am Gelsenkirchener NRW-Zentrum für Talentförderung: Unter dem Titel „Vertrauen wagen!“ diskutierten rund 150 Gäste aus Bildung, Wissenschaft, Praxis und Politik, darunter zahlreiche Talente, gemeinsam mit dem bekannten Soziologen und Bestsellerautor Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani. Im Mittelpunkt stand der Gedanke: warum Vertrauen eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist und welche Rolle Chancengerechtigkeit dabei spielt.
Gelsenkirchener Talentzentrum: Aladin El-Mafaalani spricht mit Jugendlichen
Warum also wird Vertrauen in vielen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend brüchig und was bedeutet das insbesondere für junge Menschen? Aladin El-Mafaalani stellte dazu zentrale Gedanken aus seinem aktuellen Buch „Misstrauensgemeinschaften“ vor und ordnete sie ein in gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen.

Deutlich wurde dabei, dass Vertrauen nicht von selbst entsteht. Es wachse dort, wo Menschen sich gehört fühlen, wo Institutionen verlässlich handeln und wo Teilhabe nicht nur versprochen, sondern auch ermöglicht wird, heißt es seitens des Talentzentrums.
Zeit der Krisen und Unsicherheiten wirkt sich auf Vertrauen aus
El-Mafaalanis Fokus liegt auf der Perspektive der Jugendlichen. Viele von ihnen seien in einer Zeit aufgewachsen, die von Krisen, Unsicherheiten und schnellen gesellschaftlichen Veränderungen geprägt ist, so der Soziologe und Professor für Migrations- und Bildungsoziologie an der Technischen Universität Dortmund. Diese Erfahrungen würden sich auch auf ihr Vertrauen in staatliche Institutionen, Politik und Bildung auswirken.
So zeigte sich an diesem Abend in interaktiven Umfragen und Beiträgen aus dem Publikum, wie groß das Bedürfnis nach Mitsprache, Transparenz und echter Beteiligung gerade bei den jungen Menschen ist. Zugleich wurde der Wunsch deutlich, mit den eigenen Fragen und Anliegen ernst genommen zu werden.
Verbindung von Vertrauen und Chancengerechtigkeit
Ein weiterer, zentraler Punkt von El-Mafaalani ist die Verbindung von Vertrauen und Chancengerechtigkeit. Dabei zeigt sich, dass, wer faire Bildungs- und Entwicklungschancen erfährt, eher Vertrauen in sich selbst, in Institutionen und in die Gesellschaft entwickelt.
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Gerade hier setzt die Arbeit der Talentförderung an. Sie zielt darauf ab, jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Perspektiven zu ermöglichen. Denn: „Eine Gesellschaft verliert, wenn sie jungen Menschen keine gerechten Chancen eröffnet. Junge Menschen müssen ernst genommen werden – gerade weil es immer weniger von ihnen gibt“, sagt Aladin El-Mafaalani.
Mit dem Auftaktabend möchte das NRW-Zentrum für Talentförderung ein bewusstes Zeichen setzen: „Für eine Bildungsarbeit, die auf Beteiligung, Verlässlichkeit und Chancengerechtigkeit baut und junge Menschen darin stärkt, ihren eigenen Weg zu gehen“, so das Talentzentrum.