Hannover. Eva Bender geht mit viel parteiinternem Rückenwind in die Regionspräsidentenwahl im September 2026. Die Regions-SPD nominierte am Sonnabend die aktuelle Bildungsdezernentin der Stadt Hannover mit großer Mehrheit als Kandidatin für das Amt, das aktuell noch ihr Parteigenosse Steffen Krach ausübt. 183 von 185 Delegierten stimmten bei der geheimen Wahl im Expo-Wal für Bender. Das entspricht einem Stimmenanteil von 98,9 Prozent.
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Zuvor hatte Bender in ihrer Rede skizziert, welche Schwerpunkte sie setzen will, falls sie die Wahl gewinnen sollte. Ein wichtiges Anliegen ist ihr eine Verbesserung der Situation bei der S-Bahn Hannover. „Es ist unsäglich, was in den vergangenen Wochen passiert ist“, kritisierte Bender Betreiber Transdev. „Einfach die S4 einzustellen, sorgt dafür, dass bei Menschen in der Region der Alltag nicht funktioniert“, sagte Bender.
Druck auf S-Bahn-Betreiber Transdev und günstige Azubi-Wohnungen
Transdev hatte zwischenzeitlich den Betrieb der Linie aufgrund fehlender Fahrzeuge eingestellt. Erst auf massiven politischen Druck hin organisierte das Unternehmen Ersatzverkehre. „Das muss ein Ende haben. Und wenn es nur mit einem harten Schnitt geht, müssen wir diesen Schritt gehen“, forderte Bender. Auf Nachfrage dieser Redaktion machte sie deutlich, dass für sie auch ein vorzeitiges Ende des eigentlich noch bis 2034 laufenden Vertrages infrage komme.
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Auszubildenden will Bender günstige Wohnungen zu Mieten zwischen 200 und 235 Euro anbieten. Dazu will sie – vergleichbar zum Studentenwerk – ein Azubiwerk gründen, wie es schon Hamburg und München gemacht haben. „Wenn ein junger Mensch in Hannover eine Ausbildung machen will, darf die Miete kein K.o.-Kriterium sein“, sagte Bender.
Weitere Schwerpunkte will sie bei der Modernisierung der Berufsbildenden Schulen der Region setzen, beim Ausbau von Pflegeangeboten sowie der Verbesserung des Services der Regionsverwaltung. „Wenn man einen Antrag stellt, muss man innerhalb von zwei Wochen eine Antwort haben“, gab Bender als Ziel vor.
„Wird Zeit, dass eine Frau diese Region führt“
Rückendeckung für ihre Kandidatur bekam sie bei der Versammlung auch durch Sozialministerin und SPD-Bundeschefin Bärbel Bas. „Es wird Zeit, dass ab September eine Frau diese Region führt“, verkündete Bas. Die Kandidatur Benders lobte sie als „logische Konsequenz“ ihrer bisherigen Arbeit. Diese komme aus der kommunalpolitischen Praxis. Benders Biografie sei „geprägt von Verantwortung“.
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Für Bas ist 2026 „ein entscheidendes Wahljahr“, in dem fünf Landtagswahlen und drei Kommunalwahlen anstünden. Für die Ministerin steht fest: „Demokratie entscheidet sich in unseren Städten und Kommunen.“
HAZ