Hannover. Während die Boulevardpresse das nächste Liebes-Aus seiner Ex-Frau beäugt, ist Christian Wulff (66) gut gelaunt und gelöst in Hannover unterwegs. Der ehemalige Bundespräsident besuchte in den vergangenen sieben Tagen mit seinen drei Kindern die Zaubershow der Ehrlich Brothers in der ZAG Arena, dann die neue „Weiter denken“-Veranstaltung der HAZ in der Oper und am Abend des 30. Januar eine Karnevalsveranstaltung der Kolpingfamilie Ricklingen. Fürs Programm dort sorgten die Lindener Narren.

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Abgesehen von Sicherheitsleuten erschien der 66-Jährige allein im Fritz-Haake-Saal. Narren-Präsident Martin Argendorf (70) nahm den Politiker in dem Stadtteilzentrum herzlich in Empfang, sie sind seit Langem befreundet. Ursprünglich hatte Wulff geplant, das Event mit Ralf Meister (64) zu besuchen. Der Landesbischof war jedoch gesundheitlich angeschlagen und wollte sich auch wegen der Entpflichtung von Regionalbischöfin Petra Bahr (59) tags darauf schonen. Auf die Frage eines Reporters, wer ihn nun begleite, antwortete Wulff lässig: „Alle Karnevalistinnen und Karnevalisten hier.“ 320 Gäste waren geladen, unterhalten vom Bühnenprogramm einer 80-köpfigen Truppe der Lindener Narren.

Wulff ist enger Freund der Lindener NarrenSind sich lange verbunden: Christian Wulff (links) mit Dinah Wicke und dem Präsidenten der Lindener Narren, Martin Argendorf.

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Auch wenn Christian und Bettina Wulff (52) nach ihrem dritten Ehe-Aus seit dem Sommer 2025 geschieden sind, ist es – bislang – oft noch so: Sie sorgt mit ihrem Liebesleben für Schlagzeilen, und automatisch richtet sich der prüfende Blick der Öffentlichkeit parallel auf ihn. Christian Wulff kennt das. Uns sagte er im Hinblick darauf lediglich: „Das ist nicht mehr mein Thema.“

Der Bundespräsident a.D. mit dem Vorstand der Kolpingfamilie Hannover-Ricklingen (von links): Joachim Rebel, Marcus Ebest, Christian Wulff und Andreas Hellmann.

Über den Abend und den Karneval, sprach er dagegen gern. „Ich wollte dabei sein, weil die Lindener Narren 60. Geburtstag feiern.“ Zuletzt hatte er die Galapremieren wegen anderer Termine verpasst. Besonders beeindruckt zeigte Wulff sich von der Deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport im März 2025 in der ZAG Arena. „Das war Wahnsinn!“, erinnerte er sich. „Schon morgens um 9 Uhr saßen 8000 Menschen auf den Tribünen und jubelten den ganzen Tag. Sportlich und stimmungsmäßig war das absolute Spitze – und die Lindener Narren haben das mit Hunderten Ehrenamtlichen möglich gemacht. Auch dafür wollte ich ihnen danken.“

Aller guten Dinge sind drei – auch bei WulffIm Fokus – nicht nur wegen seines politischen und gesellschaftlichen Wirkens: Das Privatleben von Christian Wulff war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema.

Ich habe dieses ‚Immer dreimal‘ als Glückszahl.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff

über dritte Anläufe im Leben.

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Seine damalige Ansprache brachte ihm im Nachhinein eine besondere Auszeichnung ein: den Goldenen Ehrenring des Bundes Deutscher Karneval, bisher erst dreimal verliehen. „Bei mir ist es ja immer das dritte Mal: Im dritten Wahlgang wurde ich Ministerpräsident, im dritten Anlauf Bundespräsident. Ich habe dieses ‚Immer dreimal‘ als Glückszahl.“ Er lachte verschmitzt, sparte sich aber den Hinweis auf die dritte Hochzeit und folgende Trennung mit Bettina Wulff.

Ex-Bundespäsident lobt Karneval als Form der Zusammenkunft

Mit Lob für den Karneval sparte Wulff nicht: „Karneval ist eine Form von Zusammenkunft. Für eine Gesellschaft ist es extrem wichtig, dass Menschen gemeinsam etwas tun. Karneval bekämpft Einsamkeit und die wachsende Distanz zwischen Familienmitgliedern.“ Er bedauere, dass es immer weniger Orte für Begegnungen gebe. „Wir erleben ein Sterben von Gaststätten im ländlichen Raum, auch Vereinsleben hat Mühe, ausreichend Ehrenamtliche zu finden. Letztlich sind Menschen Sozialnaturen – sie wollen nicht zu Hause am Computer sitzen und ihre Meinung dort absondern.“

Lässt sich von der Stimmung im Saal mitreißen: Christian Wulff klatscht während des Programms mit. Darf’s ein Küsschen sein?

Wulff freute sich, „einen fröhlichen Abend“ mit der Kolpingfamilie und den Lindener Narren verbringen zu dürfen. Er bekam noch einen Narren-Orden umgehängt, obendrauf ein Küsschen von Funkenmariechen Lena Schnepel (20). Argendorf fragte mit einem Augenzwinkern: „Darf man das noch?“ Der Bundespräsident konterte schlagfertig: „Ich muss ja niemanden mehr fragen.“

NP