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Berlin – Ein Transporter steht am Straßenrand, die Fahrertür ist mit Einschusslöchern durchsiebt! Der Fahrer dieses Wagens wurde erschossen, während er noch am Steuer saß. Polizisten entdeckten den 44-jährigen Mann leblos über seinem Lenkrad liegen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Täter längst auf der Flucht. Die Ermittler gehen von einem gezielten Mordanschlag aus.

Wie ein Polizeisprecher auf BILD-Anfrage bestätigte, wurden die Beamten und Feuerwehrleute gegen 6 Uhr zur Gustav-Adolf-Straße im Berliner Ortsteil Weißensee alarmiert. Zeugen hatten demnach eine Schießerei gemeldet.

Wenig später wurde das Ausmaß der Schüsse erkennbar: Offenbar hatte ein dunkles Auto neben dem geparkten Kleintransporter gehalten, bislang Unbekannte eröffneten das Feuer und trafen dabei mehrfach den türkischstämmigen Fahrer.

Großeinsatz in Weißensee

Großeinsatz in Weißensee nach den Schüssen auf den Kleintransporter

Foto: Thomas Peise

„Es war eine gezielte Tötung“

Der 44-Jährige verstarb noch vor Ort, alle Reanimationsversuche blieben erfolglos. Als die Polizei eintraf, waren die Täter bereits auf der Flucht. Polizeisprecher Ömer Keleşoğlu bestätigte gegenüber BILD den Vorfall. Die 7. Mordkommission habe im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Michael Petzold, Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Hintergründe sind noch nicht bekannt und werden jetzt ermittelt.“ In Ermittlerkreisen wird von einem gezielten Mordanschlag ausgegangen.

Ermittler bei der Tatortarbeit

Ermittler bei der Tatortarbeit

Foto: Olaf Wagner

Stephan Weh, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, zu BILD: „Das war keine schiefgegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung. Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schießt, nimmt nicht billigend in Kauf, dass ein Mensch stirbt, sondern will diesen töten. Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft.“

Polizei sucht Zeugen

Im Rahmen der andauernden Ermittlungen bittet die Polizei Berlin um Mithilfe und fragt:

► Wer hat die Tat beobachtet?

► Wer kann Bilder- oder Videoaufnahmen (z.B. aus einer Dash-Cam), die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, zur Verfügung stellen?

► Wer kann Angaben zum Täter bzw. zu den Tätern machen?

► Wer hat das mutmaßlich dunkle Tatfahrzeug gesehen und kann hierzu nähere Angaben machen?

► Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise für die Ermittlungen geben?

Hinweise nimmt die 7. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten telefonisch unter der Rufnummer (030) 4664-911777, per Fax unter der Faxnummer (030) 4664-911799 oder per E-Mail an lka117@polizei.berlin.de entgegen.

Bandenkriege in der Vergangenheit

In den vergangenen Wochen hatte sich der Krieg im Bereich der Organisierten Kriminalität verschärft, immer öfter wurden scharfe Waffen eingesetzt. Die Polizei reagierte und schuf die „BAO Ferrum“. Diese speziellen Ermittler haben bereits mehrere Fälle geklärt, Waffen samt Munition sichergestellt und mehr als 100 Personen festgenommen.