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Musiker Schiller aus Visselhövede zeigt auf der Bühne dankbar für den Erfolg. © Ralf G. Poppe
Der Visselhöveder Musiker Christopher von Deylen alias Schiller erreicht erneut die Chartspitze. Das neue Album entstand aus dem Bedürfnis nach Hoffnung in schwierigen Zeiten.
Visselhövede – Die erste Topposition erreichte der erfolgreiche Visselhöveder Musiker Christopher von Deylen alias Schiller 2001 mit der musikalischen „Weltreise“. Es folgten „Sehnsucht“ (2008), „Sonne“ (2012), „Opus“ (2013), „Future“ (2016), „Morgenstund“ (2019), „Summer in Berlin“ (2021), „Illuminate“ (2023) sowie „Colors“ unter dem eigenen Namen. Auf dem neuen Epos, das seit dem 23. Januar an der Spitze der Charts thront, geht es von Deylen um den Zustand der „Euphorie“. Um das ungebremste, voraussetzungslose Empfinden.
Der Musiker aus Visselhövede arbeitet bei Auftritten auch mit Lichteffekten. © Ralf G. PoppeAlbum als Antwort auf aktuelle Zeit
„Ich habe dieses Album aus einem inneren Bedürfnis heraus geschrieben. Aus dem Gefühl, dass wir gerade etwas brauchen, das trägt, das öffnet, das uns erinnert, wie es sich anfühlt, loszulassen“, so von Deylen.
Musik hat die Kraft, uns zu verbinden – über Unsicherheiten, Ängste und Grenzen hinweg
Musik sei für ihn ein Raum, in den man eintreten könne, um alles andere für einen Moment hinter sich zu lassen. Manchmal frage er sich ernsthaft, wie das Leben ohne die Musik wäre, „ohne diese Kraft, die uns berührt, uns aufhebt, uns verbindet.“ „Euphoria“ sei seine Antwort auf die Zeit, in der wir leben.
Ein Album, das Energie zulasse, das wieder nach vorne dränge, auf den Dancefloor, in die Nacht, ins Licht. „Klanglich bin ich bewusst wieder näher an den Club gerückt: treibender, direkter, pulsierender. Schwebende Melodien treffen auf hypnotische Beats, Stimmen tauchen auf wie Erinnerungen und verschwinden wieder im Raum. Alles ist in Bewegung.“
Haltung und Energie
Als Dankeschön für die abermalige No. 1-Platzierung bedankte sich von Deylen von ganzem Herzen bei seinen Fans, ohne deren Glauben, Zeit, Geduld und deren offenen Ohren der Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Dass „Euphoria“ auf Platz 1 der Albumcharts eingestiegen sei, fühle sich immer noch unwirklich an.
Doch von Deylen hatte für seine neuen Sounds das Glück, seinen musikalischen Kosmos gemeinsam mit anderen Musikschaffenden erweitern zu können. So entstand der Titeltrack „Euphoria“ – ein emotionaler, fast kosmischer Rausch, voller Spannung, Weite und Energie, mit 8Kays.
Frida Gold nahm die Einladung an, sich getragen von Synthesizern und Sehnsucht für „Sieben Nächte“ gemeinsam mit von Deylen hinein in die Dunkelheit, in die Ferne treiben zu lassen.
Schiller erhält für die gute Chart-Platzierung eine Auszeichnung. © Schiller
Mit der Leipziger Techno-Live-Band Karakum arbeitete von Deylen an „Memories Of Beyond“ und „Horizon“ – zwei Stücke, die scheinbar Grenzen auflösen und neue Ebenen öffnen.
Ein tiefempfundener Dank gehe daher zudem an seine musikalischen Gäste Frida Gold, 8Kays, Karakum und Julia Sanina von The Hardkiss: „Danke, dass ihr eure Stimmen, eure Haltung und eure Energie mit mir geteilt habt. Jede Zusammenarbeit war mehr als ein gemeinsamer Song. Sie war Vertrauen, Begegnung und ein echtes Miteinander. Ihr habt diese Musik reicher, mutiger und ehrlicher gemacht.“
Dennoch bedeuteten Chartpositionen am Ende nicht viel. „Es sind Zahlen. Sie kommen und gehen, sie lassen sich feiern und vergleichen, aber sie sagen nichts darüber aus, warum wir Musik machen oder was sie wirklich bewirken kann. Was mich wirklich bewegt, ist etwas anderes. Zu spüren, dass diese Musik Menschen erreicht. Dass sie Gefühle auslöst, Halt gibt, Fragen stellt oder Hoffnung schenkt. Gerade in diesen Zeiten. Das erfüllt mich mit großer Zuversicht.“
Diese Zuversicht möchte von Deylen mit den Menschen, die seine Musik schätzen, teilen. „Mit allen, die zuhören, fühlen, mitgehen. Musik hat die Kraft, uns zu verbinden – über Unsicherheiten, Ängste und Grenzen hinweg.“ Wenn „Euphoria“ dazu beitrage, dass sich jemand verstanden fühle oder für einen Moment weniger allein sei, dann sei das mehr wert als jede Platzierung.
„Euphoria“ bedeutet für von Deylen ein emotionales Spannungsfeld, ein Spiel aus Loslassen und Intensität, aus Nähe und Weite. Wenn es gelinge, dass man sich darin verliere, wenn man für einen Moment alles um sich herum vergesse, dann habe „Euphoria“ genau das getan, wofür es entstanden ist. Am Ende bleibe für ihn stets dieselbe Frage und dieselbe Antwort: „Musik ist unverzichtbar. Ohne sie wäre alles nur halb so hell.“
SCHILLER_Portrait © Annemone TaakKonzerte und Dokumentationen
Die Hallentournee zum neuen Album führt das Projekt Schiller im Mai 2026 im Surround-Sound von Leipzig über Oberhausen, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg nach Berlin, wo von Deylen zeitweise lebt. Im Fall von „Euphoria“ kommt dazu noch ein Rekurs auf die Freiheit im Lebensgefühl der 90er Jahre, geprägt von aktuellen Erlebnissen bei Konzerten in der Ukraine.
Teil 1 der neuen Dokumentation über Schiller’s „Interstellar”-Performance zwischen Blackout, Bomben und Bunker in Kyiv/Ukraine ist seit dem 26. Januar online zu finden unter www.schillermusic.com.