Es klingt wie eine wildgewordene KI-Meldung, doch seit Freitag (30.1.) ist es Realität: Am 23. August rücken Mick Schumacher und die anderen IndyCar-Piloten zu einem historischen Rennen aus. Anlässlich des 250. Geburtstags der USA verwandelt sich Washington, D. C., in einen temporären Rennkurs. Obwohl die Pläne schon seit Monaten bekannt sind, hing das ehrgeizige Projekt ewig in der Warteschleife.

Grund war – wenig überraschend – politischer Zoff zwischen den Demokraten und Trumps Republikanern. Denn für die Nutzung des Regierungsgeländes braucht es eine entsprechende gesetzliche Zustimmung. Beispielsweise muss Werbung erlaubt werden. Die Opposition hielt dagegen und argumentierte unter anderem damit, dass die Polizeikräfte im Rahmen der monatelangen Jubiläumsfeierlichkeiten ohnehin genügend zu tun hätten. Präsident Donald Trump schlug auf bekannte Art und Weise dazwischen.

Flankiert von Vertretern der IndyCar-Serie, darunter Eigentümer Roger Penske, unterschrieb das Oberhaupt die Erklärung im Oval Office. Beide Männer kennen sich seit Jahrzehnten. Bereits 2019 hatte Trump dem Milliardär Penske die „Presidential Medal of Freedom“ verliehen. In typischer Trump-Manier gab er dem Event noch Superlative mit auf den Weg: „Das kann einen neuen Rekord im Motorsport schaffen. Ich liebe Motorsport!“

So könnte die Strecke aussehen

Der Blick in das Dokument verrät deutlich mehr. Das Event hört auf den Namen „Freedom 250 Grand Prix“ und läuft insgesamt vom 21. bis zum 23. August. Als Streckengrundlage wählte Trumps Team das Umfeld der National Mall aus. Die Promenade verbindet das Lincoln Memorial mit dem Kongress, seitlich davon liegt das Areal des Weißen Hauses. Die weiterhin bestehenden Hürden müssen während der nächsten zwei Wochen vom Innen- und Verkehrsministerium übersprungen werden. Sie werden dann einen genauen Plan nachliefern.

Dafür haben die beiden Ämter genug rechtliche Befugnisse. Außerdem könnte ein kürzlich erzielter Haushaltsdeal zwischen den zwei Parteien die Wogen geglättet haben. Dementsprechend soll die patriotische Party massive Staatssubventionen erhalten. Abschließend hat ebenfalls die Stadt ihre Unterstützung zugesagt. Ein Scheitern bleibt möglich, würde aber einer politischen Schlammschlacht gleichkommen.

Roger Penske dürfte dieses Risiko ignorieren. Er genoss den gigantischen Sieg gegen die heimische Serienrivalin NASCAR und erzählte: „Präsident Trump hat unserem Sport eine außergewöhnliche Auszeichnung verliehen, und wir sind dankbar für sein Vertrauen und seine Unterstützung.“ Die politischen Gefahren, welche dieser Deal der IndyCar bringt, bleiben überschaubar. Wie bei der NASCAR stammen die Kernzielgruppen der IndyCar aus tiefroten Staaten.

Überraschender Profiteur Schumacher?

Klammert man die kontroversen Umstände aus, können sich die Fans über ein starkes Paket freuen. Die Veranstalter versprechen freien Eintritt und entsprechende Aussichten auf die Sehenswürdigkeiten. TV-Partner und Serieninvestor FOX kündigte eine gigantische Berichterstattung an. Deshalb spricht wenig dagegen, dass auch die deutschen Abnehmersender davon profitieren dürfen. Auch das Fahrerlager wird glücklich sein: Die Teams erwarten eine Flut an Sponsoren.

Wie spontan der Deal zustande kam, zeigt sich daran, dass nirgends über die Einordnung des Rennens gesprochen wird. Man findet auch keine Informationen zur Punktevergabe. So ist anzunehmen, dass der Lauf wahrscheinlich wie die anderen 17 Rennen zählen dürfte. Weitere Details werden in den nächsten Wochen erwartet. Die IndyCar kündigte ein Kick-off-Event an.

Der größte sportliche Profiteur könnte ein Deutscher sein. IndyCar-Newcomer Mick Schumacher startet dort mit denselben Fragezeichen wie seine Konkurrenten. Außerdem wird er bis dahin bereits mehrere Rennen absolviert haben. Der Saisonauftakt findet am 1. März auf dem Stadtkurs von St. Petersburg in Florida statt.

Fazit