Hannover. Jede Menge Dramatik, Hackentore, starke Paraden, ein ausverkaufter Vinndome mit 1000 Zuschauenden und ein neuer Sieger: Die neunte Auflage des Neue Presse Masters hatte eine Menge zu bieten. Im Finale krönte der Regionalligist HSC Hannover seine überragende Hallensaison. Im Finale setzte sich das Team um Kapitän Marcel Langer mit 7:0 gegen den Sieger der drei Vorjahre, 1. FC Germania Egestorf/Langreder, durch. „Das ist ein überragendes Gefühl“, sagte HSC-Torwart Kevin Ansu.
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„Das war längst überfällig“, sagte Langer, der im Endspiel mit seinen Treffern zum 1:0 und 2:0 den Erfolg einleitete. Er freute sich, dem langjährigen Rivalen aus Egestorf nun endlich einmal ein Bein gestellt zu haben. Der frühere Egestorfer und HSC-Spieler Marko Ilic ist inzwischen für den TSV Havelse in der 3. Liga aktiv. Einen Tag nach dem famosen 3:1-Sieg im Punktspiel gegen Erzgebirge Aue besuchte Ilic den Vinndome. Seine Prognose während der Vorrunde: „Der HSC gewinnt.“ Er sollte Recht behalten.
Tasdelen pfeift die HSC-Spieler zusammen
Dabei lief es beim HSC anfänglich noch gar nicht so rund. „Es war ein wenig holprig“, sagte Ansu. Nach einem mühevollen 2:2 gegen den TSV Barsinghausen und 3:2 gegen den TSV Goltern pfiff Cheftrainer Vural Tasdelen sein Team in der Umkleide zusammen. Er wollte sich eigentlich zurückhalten und die Organisation den Spielern selbst überlassen. Doch schließlich sah er sich doch genötigt, einzugreifen.
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„Wir wurden immer besser und waren zum richtigen Zeitpunkt dann voll da“, sagte Ansu. Er warf sich im Finale in jeden Schuss der Egestorfer. „Die Tore sind kleiner, das Spiel intensiver, die Schüsse aus kürzerer Distanz. Aber es macht richtig Bock“, sagte der Torwart.
„Das Finale lief sehr bitter“
Zur Belohnung gab es für den HSC 1500 Euro Siegprämie, die NP-Chefredakteur Carsten Bergmann überreichte. Wofür das Geld eingesetzt werden soll, muss der Mannschaftsrat erst noch mit dem Verein besprechen. Den Germanen blieben immerhin 1000 Euro. „Das Finale lief sehr bitter“, sagte Egestorfs Kapitän Til Anger. Der Überraschungsdritte SV Iraklis Hellas freute sich noch über 500 Euro.
Mit dem TSV Goltern, der SV Arnum und dem SV Iraklis Hellas qualifizierten sich für dieses NP-Masters gleich drei Debütanten. Nachdem für die Golterner das Aus nach der Vorrunde und für die Arnumer im Viertelfinale kam, träumte Iraklis lange Zeit vom ganz großen Wurf. „Als Neuling ist das ein Riesending“, sagte Kapitän Evangelos Papaefthimiou nach dem knappen 2:3 im Halbfinale gegen den zwei Ligen höher spielenden HSC Hannover.
Iraklis fährt im Sommer nach Kreta
Im Spiel um Platz drei setzen sich die Griechen mit 3:2 gegen die Springer mit 3:2 durch. Der Lohn: 500 Euro. Das Geld kommt für den Club genau richtig: „Wir fahren im Sommer nach Kreta. Dafür brauchen wir jeden Cent“, sagte Iraklis-Spieler Umut Yildirim.
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Heiß her ging es im zweiten Halbfinale zwischen den Egestorfern und dem FC Springe. Zunächst erhitzte ein Neunmeter-Pfiff für den Oberligisten die Gemüter. Kurze Zeit später gerieten der Germane Thaqi Erblin und der Springer Aldin Pepeljak aneinander. Beide flogen nach ihren Handgreiflichkeiten mit Rot vom Platz. Die Germanen setzten sich am Ende souverän mit 4:0 durch.
Eine Premiere in diesem Jahr: Erstmals traten die Mannschaften, die sich nicht für das Viertelfinale qualifizierten, in Penaltyschießen gegeneinander an. Besonders cool beim Laufen von der Mittellinie mit Ball am Fuß auf den gegnerischen Torhüter waren die Spieler des TSV Kirchdorf. Sie sicherten sich mit zwei Erfolgen den neunten Platz. Der Lohn dafür: eine Kiste Herrenhäuser aus den Händen von NP-Chefredakteur Carsten Bergmann.
Eldagsen Carduck ist am zielsichersten
Ebenfalls neu: Die Torhüter durften sich erstmals in das Offensivspiel einbringen. Gleich zehn Treffer erzielten die Männer, die primär zum Toreverhindern eingeteilt waren. Besonders positiv tat sich dabei Ahmed Omar hervor. Er war für den FC Springe gleich fünffach erfolgreich. Er ist beim FC eigentlich Feldspieler, verzichtete in der Halle auf das Tragen von Handschuhen. „Ich fühle mich damit so schwer“, sagte er. Damit führte er die Springer bis ins Halbfinale.
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Ohnehin waren die Aktiven deutlich treffsicherer, als noch im Jahr zuvor. Beim achten NP-Masters fielen insgesamt 88 Tore. Bei der jüngsten Auflage waren es 123 Treffer. Am treffsichersten war der Eldagser Fabian Carduck mit sechs Toren. Zum besten Spieler wurde Finn-Louis Kiszka vom HSC gewählt. Trotz der deutlichen Finalniederlage durfte sich Bennet Mika Ruf immerhin über die Auszeichnung als bester Torhüter freuen.
Die Ergebnisse in der Übersicht
Vorrunde, Gruppe Toto-Lotto: 1. HSC Hannover 7 Punkte/10:5 Tore, 2. FC Springe 6/9:10, 3. TSV Goltern 3/8:9, 4. TSV Barsinghausen 1/8:11; Gruppe Herrenhäuser: 1. 1. FC Germania Egestorf/Langreder 7/7:2, SC Hemmingen-Westerfeld 4/5:6, 3. SV Iraklis Hellas 4/6:8, 4. SG 74 Hannover; Gruppe Samiez Gerüstbau: 1. FC Eldagsen 9/8:5, 2. SV Arnum 6/8:3, 3. TuS Davenstedt 3/7:6, 4. TSV Kirchdorf 0/3:12.
Penaltyschießen um die Plätze neun bis zwölf: Goltern – Kirchdorf 0:2, SG 74 – Barsinghausen 5:6; Kirchdorf – Barsinghausen 3:2.
Viertelfinale: HSC – Hemmingen 3:2, Eldagsen – Iraklis Hellas 1:4, Springe – TuS Davenstedt 4:3, Egestorf – Arnum 2:0; Halbfinale: HSC – Iraklis Hellas 3:2; Springe – Egestorf 0:4; Spiel um Platz drei: Iraklis Hellas – Springe 3:2; Finale: HSC – Egestorf 7:0.
NP