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Seit über einem Jahr sehen zwei neue Mehrfamilienhäuser in Penzberg bezugsfertig aus. Doch noch immer stehen sie leer. Nun äußert sich der Eigentümer.
Penzberg – Seit über einem Jahr stehen zwei neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 33 Wohnungen in Penzberg leer. Die Rollläden sind heruntergelassen, an den Briefkästen und Klingelschildern steht kein einziger Name. In der oberbayerischen Stadt wird gerätselt und spekuliert. Wie Merkur-Reporter Wolfgang Schörner berichtet, äußert sich nun erstmals der Eigentümer zu dem mysteriösen Leerstand.
Alle Rolladen sind unten: Die beiden neuen Mehrfamilienhäuser mit 33 Mietwohnungen an der Ecke von Schloßbichl, Seeshaupter Straße und Weidenweg sind immer noch nicht bewohnt. © Wolfgang Schörner
- Die zwei Mehrfamilienhäuser mit 33 Wohnungen in Penzberg stehen seit über einem Jahr leer.
- Wilde Spekulationen über Bauruinen, Pfusch am Bau und Grundwasserprobleme kursieren in der Stadt.
- Die VR Bank als Eigentümerin plant den Bezug für Sommer 2026 und spricht von Restleistungen.
Penzberg ist eine Stadt im Landkreis Weilheim-Schongau und liegt im Regierungsbezirk Oberbayern
Rätsel um zwei leerstehende Mehrfamilienhäuser nahe München – Jetzt spricht der Eigentümer
Die Bauarbeiten für die beiden Gebäude samt Tiefgarage hatten im Jahr 2022 begonnen. Anfang 2024 wurde Richtfest gefeiert, die Fertigstellung war für September 2024 angekündigt. Doch nun, im Januar 2026, herrscht weiterhin gähnende Leere. In den Sozialen Medien brodelt die Gerüchteküche: Handelt es sich um eine Bauruine? Gibt es Probleme mit Grundwasser, das ins Gebäude drückt? Müssen die Häuser womöglich abgerissen werden? Das Geretsrieder Bauunternehmen Keval errichtete die Mehrfamilienhäuser, die intern den Namen „SH2“ trugen – eine Abkürzung für die Adresse Seeshaupter Straße 2. Eine Firmenvertreterin kann zu dem Leerstand nichts sagen. Lediglich so viel: Die Häuser wurden im Juli 2025 an die VR Bank Starnberg–Zugspitze übergeben. Auch das zuständige Architekturbüro von Stephan Jocher aus Penzberg tappt im Dunkeln. „Das würde ich auch gern wissen. Ich werde oft darauf angesprochen“, sagt er. Es sei ein Rätsel.
Den Architekten ärgert, dass durch die Gerüchteküche sein Büro in ein schiefes Licht gerückt wird. Von Wasserschäden oder Baumängeln wisse er nichts. Einmal sei ein Wasserhahn aufgedreht gewesen, das Wasser lief. „Aber das sei halt ein Versicherungsschaden gewesen“, erklärt Jocher. Vielleicht komme daher das Gerücht. Probleme mit Grundwasser oder einer vollgelaufenen Tiefgarage habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. „Da ist nichts, auch nicht während der Bauphase“, betont er. Die Betonqualität sei überwacht worden, die Häuser relativ aufwändig und hochwertig gebaut.
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Die VR Bank Starnberg-Zugspitze als Eigentümerin äußert sich auf Anfrage der Heimatzeitung zurückhaltend. Eine Sprecherin bittet um Verständnis, „dass wir uns zu bestimmten Punkten nicht äußern können, da diese sich entweder noch in Klärung befinden oder aus rechtlichen und vertraglichen Gründen keine Stellungnahme möglich ist“. Das Ziel sei es, die Mehrfamilienhäuser „mit insgesamt 33 familienfreundlichen Wohneinheiten in der für uns üblichen Qualität fertigzustellen“. Der Bezug sei für Sommer 2026 geplant, die Wohnungen würden wie angekündigt von der Bank vermietet. Es handle sich um elf Zwei-Zimmer-, 13 Drei-Zimmer-, acht Vier-Zimmer- und eine Fünf-Zimmer-Wohnung mit Größen zwischen 53 und 137 Quadratmetern.
„Die Fertigstellung der Gebäude verzögert sich aktuell aufgrund noch offener Restleistungen und notwendiger Mängelbeseitigungsarbeiten“, erklärt die Sprecherin zum Grund des Leerstands. Ein Problem mit dem Grundwasser liege dabei nicht vor. „Ein Rückbau oder Abriss der Gebäude ist nicht erforderlich“, fügt sie an. Die VR Bank freue sich, mit dem Projekt einen Beitrag zur Schaffung von regionalem Wohnraum zu leisten.