Einsatzkräfte der Berliner Polizei wurden am Samstagmorgen zu einer leblosen Person in Weißensee (Pankow) gerufen. In der Fahrerkabine eines Kleintransporters fanden sie einen toten 44-jährigen Mann. „Wir wurden wegen Schüssen an die Gustav-Adolf-Straße gerufen, in deren Folge ein Fahrzeuginsasse verstorben ist“, sagte Sprecher Ömer Kelesoglu der Berliner Morgenpost.

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Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus: Nach ersten Erkenntnissen soll ein weiteres Fahrzeug neben dem Kleintransporter angehalten haben. Aus dem Inneren wurden offenbar mehrfach Schüsse auf die Fahrerkabine abgegeben. Anschließend flüchteten der oder die Täter mit ihrem Fahrzeug vom Tatort. Der Insasse des Transporters erlag trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen seinen schweren Schussverletzungen.

Mutmaßliches Tötungsdelikt

Mutmaßliches Tötungsdelikt: Mehrere Einsatzfahrzeuge sicherten den Tatort ab.
© Thomas Peise | Thomas Peise

Die 7. Mordkommission beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft übernommen. Die Einschusslöcher auf der Fahrerseite des geparkten Transporters deuten darauf hin, dass der oder die Schützen daneben anhielten und aus dem Wagen feuerten.

Schießerei in Weißensee: Hintergründe liegen offenbar im Privaten

In Berlin gab es zuletzt häufiger Schießereien, teils auch mit Toten. Dahinter stecken nach Ansicht der Ermittlungsbehörden auch Verteilungskämpfe innerhalb von Strukturen der organisierten Kriminalität sowie Schutzgelderpressungen. Mehrere Männer wurden verletzt, mindestens einer starb in diesem Zusammenhang. Mit dem Tod und der Beisetzung von Mehmet K. – auch Kurden-Mehmet genannt – herrschte eine Art Trauerfrieden. Die Polizei hat eine besondere Aufbauorganisation, die BAO Ferrum, gegründet, um der steigenden Schusswaffenkriminalität zu begegnen.

Die tödlichen Schüsse in Weißensee haben jedoch offenbar einen privaten Hintergrund. Wie die Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen erfuhr, soll das Opfer im Vorfeld in private Streitigkeiten verwickelt gewesen sein. Erst am vergangenen Sonntag wurden in einer Wohnung an der Wichmannstraße in Tiergarten vier Personen durch Kugeln verletzt. Auch hier geht die Polizei von privaten Streitigkeiten aus.

Gezielte Tötung: Polizei-Gewerkschaft verurteilt brutalen Angriff

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht von einer „gezielten Tötung“ aus, wie es der Berliner Landeschef Stephan Weh am Samstagvormittag ausdrückte. „Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schießt, nimmt nicht billigend in Kauf, dass ein Mensch stirbt, sondern will diesen töten. Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft, grenzenlosem Hass und kompletter Skrupellosigkeit.“

Polizei Berlin sucht Zeugen und bittet um Hinweise zu Ermittlungen

Im Rahmen der andauernden Ermittlungen bittet die Polizei Berlin um Mithilfe und sucht nach Zeuginnen und Zeugen.

Die Ermittlerinnen und Ermittler fragen:

  • Wer hat die Tat beobachtet?
  • Wer kann Bilder- oder Videoaufnahmen (z.B. aus einer Dash-Cam), die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, zur Verfügung stellen?
  • Wer kann Angaben zum Täter bzw. zu den Tätern machen?
  • Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise für die Ermittlungen geben?

Hinweise nimmt die 7. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten telefonisch unter der Rufnummer (030) 4664-911777, per Fax unter der Faxnummer (030) 4664-911799 oder per E-Mail an lka117@polizei.berlin.de entgegen. Zeuginnen und Zeugen können sich auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen. Sollte sofortiges polizeiliches Handeln erforderlich sein, so wählen Sie bitte den polizeilichen Notruf unter der Telefonnummer 110.