Infineon Technologies könnte als Weltmarktführer von Leistungshalbleitern in den kommenden Jahren vom KI-Hype profitieren. Wenngleich die Aktiengesellschaft mit Sitz in Neubiberg beim Umsatz in 2025 ein Minus von zwei Prozent hinnehmen musste, beläuft sich dieser trotzdem auf 14,7 Milliarden Euro. Über ein Viertel davon fließen in Löhne und Gehälter – aber wie viel Geld wandert in die Taschen der einzelnen Beschäftigten? Die AZ hat es in ihrem neuen Serien-Teil aufgeschlüsselt.
Die Chefs
Wer an der Spitze eines börsennotierten Unternehmens steht, nagt freilich nicht am Hungertuch. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Hanebeck strich im Geschäftsjahr 2025 rund 2,7 Millionen Euro ein. Etwa 1,45 Millionen Euro erhielt er fix, 1,1 Millionen Euro in Form von kurz- und langfristigen Boni- und Prämienzahlungen – hätte er die festgesetzten Ziele erreicht, wären insgesamt vier Millionen Euro für Hanebeck drin gewesen. Auf Platz zwei der höchsten Gehälter folgt das langjährige Vorstandsmitglied Sven Schneider (2,2 Millionen Euro). Die restlichen Vorstandsmitglieder verdienten zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro.

Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, hält während der Präsentation der Jahreszahlen 2025 des Halbleiterunternehmens einen Waver mit Ionenfallen-Quantenprozessoren in den Händen.
© Peter Kneffel
Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, hält während der Präsentation der Jahreszahlen 2025 des Halbleiterunternehmens einen Waver mit Ionenfallen-Quantenprozessoren in den Händen.
von Peter Kneffel
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Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten – insofern sie die volle feste Vergütung ausgezahlt bekommen – zwischen 114.000 Euro und 239.000 Euro, der Vorstand 305.000 Euro. Die feste Grundvergütung in Höhe von 100.000 Euro soll künftig zudem um 10.000 Euro aufgestockt werden.
Die Arbeitnehmer
Wer einen Job bei Infineon hat, verdient im Schnitt 67.608 Euro, wie sich anhand des Geschäftsberichts für 2025 berechnen lässt. Der Großkonzern ist in Deutschland größtenteils an Tarifverträge mit der IG Metall gebunden, unter anderem am Standort München. Die Gehälter orientieren sich dabei am Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie: Das 15-stufige Entgeltsystem von Infineon deckt sich in den ersten zwölf Stufen in etwa mit den Entgeltgruppen der Gewerkschaft, wie diese auf AZ-Anfrage mitteilt. Teil des Tarifvertrags ist auch Urlaubsgeld (rund 70 Prozent des Monatseinkommens) sowie gestaffeltes Weihnachtsgeld je nach Länge der Betriebszugehörigkeit (bis zu 55 Prozent).
Gehaltstabelle: Jahresgehälter in der Produktion
Gehalt
DiD
(Durchschnitt in Deutschland)

Mitarbeiter des Chipkonzerns Infineon arbeiten im Reinraum der Chipfabrik in Dresden. Wer bei Infineon arbeitet, verdient im Schnitt rund 67.000 Euro im Jahr.
© Robert Michael
Mitarbeiter des Chipkonzerns Infineon arbeiten im Reinraum der Chipfabrik in Dresden. Wer bei Infineon arbeitet, verdient im Schnitt rund 67.000 Euro im Jahr.
von Robert Michael
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Gehaltstabelle: Jahresgehälter in der Entwicklung
Gehalt
DiD
(Durchschnitt in Deutschland)
Wie für große Unternehmen üblich zahlt Infineon auch übertariflich – das trifft laut IG Metall in Neubiberg auf etwa ein Drittel der Beschäftigten zu, die im Jahr sechsstellig und noch mehr verdienen (siehe Tabelle). Das Unternehmen schreibt auf seiner Webseite, es lege „Wert auf eine wettbewerbsfähige und marktgerechte Vergütung“, um Spitzenkräfte zu gewinnen und zu halten. Und bietet zusätzliche finanzielle Vorteile, wie etwa eine Erfolgsbeteiligung. Das heißt, Mitarbeiter erhalten Boni, wenn die Geschäftsbereiche oder das Unternehmen als solches wirtschaftlich erfolgreich sind. Beschäftigte profitieren außerdem vom langfristigen Erfolg der Firma in Form von Aktien, die sie im Rahmen von langfristigen Bonusprogrammen erhalten.
Gehaltstabelle: Jahresgehälter in der Leitung
Gehalt
DiD
Und dann wäre da noch die von Infineon finanzierte betriebliche Altersvorsorge, die das Unternehmen ab Renteneintritt (oder in Fall von Tod oder Arbeitsunfähigkeit) in der Regel in zwölf Jahresraten auszahlt. Infineon richtet dafür ein persönliches Konto ein, auf das vollständig vom Unternehmen getragene Beiträge eingezahlt und jährlich verzinst werden. Wie viel Geld sich dadurch inzwischen angesammelt hat, erfahren Mitarbeiter über jährliche Kontoauszüge.