Dennoch sanken in den vergangenen Jahren die Prämien. Ein Grund dafür war, dass sich der Strommix verändert hat. Denn dies wird bei der Berechnung der THG-Quote berücksichtigt. „Während der Energiepreiskrise ist der Anteil von Braun- und Steinkohle am deutschen Strommix gestiegen, und das ändert sich nun wieder“, erklärt Hofmann. „Ein sauberer Strommix wirkt sich nämlich auf die Höhe der Prämien aus. Je grüner und damit CO₂-ärmer die Stromerzeugung ist, desto höher ist der Unterschied beim Treibhausgas-Ausstoß von Elektroautos gegenüber Verbrennerfahrzeugen.“

Welcher Strom getankt wird, spielt hingegen keine Rolle, um die THG-Prämie zu erhalten. Egal, ob ausschließlich grüner Strom von der Solaranlage auf dem Garagendach genutzt wird oder der Strommix aus der Steckdose. Auch dies wird von Kritikern an der Treibhausgasminderungsquote bemängelt.

„Positiv ist, dass sich die Verbraucher überhaupt beteiligen können und grundsätzlich Geld von den fossilen Brennstoffen in Richtung Elektromobilität fließt“, sagt Daniela Hofmann. „Negativ ist zu bewerten, dass die Mineralölkonzerne durch den Handel mit THG-Quoten die Möglichkeit haben, lediglich auf dem Papier ihren CO₂-Ausstoß zu senken und kein Anreiz besteht aus eigener Kraft die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.“