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Die Staatsanwaltschaft München beschlagnahmt 35 Millionen Euro. Libanesischer Banker soll veruntreute Gelder in Münchner Immobilien investiert haben.

München – Es geht um Firmenanteile und hochwertige Gewerbe-Immobilien im Wert von 35 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft München I will das Vermögen eines hochrangigen Bankers per Gerichtsbeschluss einziehen lassen. Nach Informationen unserer Redaktion geht es um Riad Salameh, den langjährigen Gouverneur der libanesischen Zentralbank. Er steht schon länger im Visier der deutschen Justiz.

Central Bank Governor Riad Salameh Leaves Office - LebanonIm Visier der Justiz: Banker Riad Salameh. © Tahtah Marwan/ABACAMünchner Ermittler beschlagnahmen Millionensumme

Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt hatten die Münchner Ermittler seit 2021 gegen Salameh und vier weitere Beschuldigte ein Ermittlungsverfahren geführt und die Millionensumme nun beschlagnahmt. Die Einziehung der beschlagnahmten Immobilien und Gesellschaftsanteile sei beantragt. Ermittelt hatten auch Behörden aus Frankreich und Luxemburg in dem aufsehen erregenden Kriminalfall.

Internationaler Top-Banker im Visier der Justiz

Von 1993 bis 2023 bekleidete Salameh seinen Posten bei der libanesischen Landesbank. Zwischen April 2004 und März 2015 soll er gemeinschaftliche handelnd mit seinem Bruder, gegen den auch ermittelt wird, „Geldbeträge in einer Gesamthöhe von über 330 Millionen US-Dollar zum Nachteil der libanesischen Zentralbank und damit zulasten des libanesischen Staates veruntreut haben, um sich selbst illegal zu bereichern“, sagt Behördensprecherin Juliane Grotz von der Staatsanwaltschaft München I.

Veruntreute Millionen sollen in Münchner Immobilien geflossen sein

Die veruntreuten Millionen-Gelder stammten aus Finanzgeschäften zwischen der libanesischen Zentralbank und libanesischen Geschäftsbanken. Sie wurden über Umwege in deutsche Immobilien und Gesellschaftsteile investiert – zwei davon in München. Am Landgericht könnte es dazu bald einen Prozess geben.