Nvidia hat im September angekündigt, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren. Laut aktuellen Berichten des Wall Street Journals liegt dieser Plan nun mehr oder weniger auf Eis. Das Vorhaben, das CEO Jensen Huang damals als „größtes Computerprojekt der Geschichte“ bezeichnete, sah vor, dass Nvidia eine Rechenleistung von mindestens 10 Gigawatt aufbaut und OpenAI finanziell unterstützt, damit das Startup die entsprechenden Chips leasen kann.
Laut Insidern haben interne Zweifel beim Chiphersteller jedoch dazu geführt, dass die Verhandlungen nicht über ein frühes Stadium hinausgekommen sind. Jensen Huang soll gegenüber Branchenkollegen betont haben, dass die ursprüngliche Absichtserklärung unverbindlich war, und kritisierte privat eine mangelnde Disziplin im Geschäftsansatz von OpenAI.
Beide Unternehmen überdenken nun die Zukunft ihrer Partnerschaft. Anstelle des massiven Infrastruktur-Deals konzentrieren sich die aktuellen Gespräche auf eine klassische Kapitalbeteiligung Nvidias im zweistelligen Milliardenbereich im Rahmen der laufenden Finanzierungsrunde von OpenAI. Der Hintergrund dieser Zurückhaltung ist auch der wachsende Konkurrenzdruck: Googles Gemini hat das Wachstum von ChatGPT gebremst und intern für Alarmstimmung gesorgt, während Anthropics „Claude Code“ ebenfalls Marktanteile bedroht. Nvidia selbst fährt inzwischen zweigleisig und hat im November Investitionen von bis zu 10 Milliarden Dollar in den Konkurrenten Anthropic zugesagt.
Für OpenAI, das bis Ende 2026 den Börsengang anstrebt, ist das Stocken des Deals ein Rückschlag bei der Sicherung der benötigten Rechenkapazitäten. OpenAI-Chef Sam Altman hatte zuvor von Verbindlichkeiten im Wert von 1,4 Billionen Dollar gesprochen, was Investoren angesichts der Einnahmen nervös machte.
Dennoch bleibt eine Einigung für beide Seiten wichtig: Nvidia möchte verhindern, dass OpenAI gegenüber Konkurrenten zurückfällt, die wie Google oder Anthropic vermehrt auf eigene Chipsätze wie TPUs oder Amazons Trainium setzen, statt Nvidias GPUs zu nutzen. Parallel dazu verhandelt Amazon Berichten zufolge über eine eigene Investition in OpenAI, die bis zu 50 Milliarden Dollar betragen könnte.
Marc Herter – Managing Editor Consumer Laptops – 564 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2021
Schon von frühster Kindheit an habe ich gerne alle möglichen Geräte genaustens auf ihre Funktionsweise untersucht. Dabei wurden auch einige Geräte aufgeschraubt. Das war nicht immer zur Freude meiner Eltern. Durch die Unterstützung meines Großvaters wurde ich trotzdem zum Computer- und Elektronikschrauber. Mit dem Familien-PC und Lego Mindstorms begann früh mein Interesse an Software und Programmierung. Heute bin ich Student in einem Ingenieursstudiengang, baue gerne alle möglichen Gadgets mit Arduino und 3D-Druckern und prüfe immer noch Elektronik auf Herz und Nieren. Durch meinem Einstieg in der Notebookcheck-Redaktion wurde dieses Hobby zum Beruf.