
AUDIO: Werders Torschütze Keke Topp: „Wusste nicht, wie ich reagieren soll“ (1 Min)
Fußball-Bundesliga
Stand: 31.01.2026 17:53 Uhr
Die Krise an der Weser spitzt sich zu: Das 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach war für Werder Bremen das zehnte Spiel ohne Sieg in Serie. Es war aber ein Sieg der Moral: Das Team von Trainer Horst Steffen glich tief in der Nachspielzeit aus.
Keke Topp rettete mit seinem Zauberschuss aus der Drehung ins lange Eck den nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt (90.+4). Bei einer Niederlage wären die Bremer, die das Hinspiel in Mönchengladbach noch mit 4:0 gewonnen hatten, auf den Relegationsrang abgerutscht.
„Es war ein schönes Gefühl. Alle haben sich gefreut. Ich hoffe, dass bei mir jetzt der Knoten geplatzt ist. Aber wir sind mit dem klaren Plan reingegangen, die drei Punkte zu holen. Das hat leider nicht geklappt.“
Werders Keke Topp
Ob der Punktgewinn aber die Lage für den Coach beruhigt? Steffen muss schon länger Fragen nach seiner eigenen Zukunft beantworten. Werder steckt nach wie vor im Negativstrudel. 22 erzielte Treffer in 20 Spielen sind ein (Tor-)Armutszeugnis. Bei schon 38 Gegentreffern hat Bremen die zweitschlechteste Tordifferenz der Liga. Nur Schlusslicht Heidenheim ist noch schlechter.

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Njinmah lässt mögliche Führung liegen
Es hatte im Weserstadion bis zur 20. Minute gedauert, bis es erstmals gefährlich wurde. Eine schnell ausführte Ecke wurde für die Borussia zum Boomerang. Der Konter lief über Samuel Mbangula, der erstmals seit dem 14. Spieltag wieder in der Startelf stand. Der Belgier zündete den Turbo und steckte geschickt auf Justin Njinmah durch. Doch der Mittelstürmer scheiterte am Bein von Torhüter Moritz Nicolas.
Und strenggenommen war es das auch schon wieder mit Torgefahr in Hälfte eins. Beiden Teams war deutlich anzumerken, dass sie aktuell nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Gladbach hatte aus den jüngsten drei Spielen nur einen Punkt geholt.
Werder kommt sehr gut aus der Pause, …
Dass nach einer Stunde die Gäste in Führung gehen sollten, zeichnete sich allerdings auch nach der Pause nicht ab. Ganz im Gegenteil! Endlich ließen die Bremer mal den Ball durch die eigenen Reihen und auch den Gegner laufen. Yukinari Sugawara zwang Nicolas zu einer Flugeinlage (47.), zwei Minuten später verpasste der Japaner nach einer Ecke den Ball denkbar knapp. Auch Njinmah hatte noch eine gute Schusschance (53.).
… lässt sich aber überlisten
Doch womöglich fühlten sich die Werderaner zu sicher. Denn auf einmal liefen sie hinterher. Ganz plötzlich machten die Gäste das Spiel schnell. Rocco Reitz schickte Franck Honorat über rechts mit einem Steilpass in den Strafraum. Karim Coulibaly grätschte ins Leere. Der Franzose Honorat zog zum Tor, legte aber vor Mio Backhaus noch mal quer, sodass Haris Tabakovic nur noch einschieben musste – 1:0 (62.).
Gladbach-Keeper Nicolas verhindert lange den Ausgleich
Werder musste sich nach dem Rückstand erst mal schütteln, erhöhte in der Schlussphase aber den Druck auf das Gladbacher Tor immer mehr. Dem Ausgleich nahe kamen die Bremer schon in der 84. Minute mit einer Doppelchance. Nach einer feinen Kombination kam Isaac Schmidt aus spitzem Winkel zum Abschluss, scheiterte aber an Nicolas. Sekunden später zog Senne Lynen vom Sechszehner ab – Pfosten!
Vier Minuten später prüfte auch Olivier Deman noch mal den Gladbacher Keeper. Erst Topp war es dann, der Nicolas bezwang (90.+4).
Bleibt die Frage, was der Punkt wert ist? Ist einer, der neue Hoffnung gibt? Oder war eben doch nur ein weiteres siegloses Bremer Spiel.
20. Spieltag, 31.01.2026 15:30 Uhr
Backhaus – Malatini (75. Schmidt), Friedl, Coulibaly – Sugawara (64. Grüll), Lynen, Deman – R. Schmid, Stage – Njinmah (64. Milosevic), Mbangula (88. Topp)
1
Nicolas – Sander (69. M. Friedrich), N. Elvedi, Chiarodia – Scally (84. Castrop), Y. Engelhardt, Netz – Reitz, Neuhaus (57. Stöger) – Honorat, Tabakovic (84. Machino)
1
Tore
- 0:1 Tabakovic (61.)
- 1:1 Topp (90. +4)