Ein schnelles Duell auf Augenhöhe wurde am Freitagabend in Düsseldorf erwartet. Die Ravensburg Towerstars waren bei der DEG zu Gast und kämpften um wichtige Punkte für eine möglichst gute Ausgangslage in den DEL2-Play-offs. In drei Partien zwischen diesen beiden Teams in dieser Saison hatte stets das Heimteam gewonnen. Diesmal setzten sich allerdings die Gäste aus Ravensburg vor 6427 Zuschauern, darunter etwa 400 mitgereiste Towerstars-Fans, mit 3:2 (1:0, 1:0, 1:2) durch. „Ich glaube, dass wir ein ziemlich gutes Auswärtsspiel gemacht haben“, zeigte sich Torschütze Nick Latta nach dem Spiel zufrieden.
Maxim Scholl direkt dabei
Unter der Woche hatte es beim Tabellensechsten aus Oberschwaben noch personelle Veränderungen gegeben. Jonas Müller trat mit der Bitte um eine Vertragsauflösung an die Clubführung heran. Der Verteidiger hat sich inzwischen dem EHC Wetizikon in der MyHockey League (Schweiz) angeschlossen. Ersatz wurde bereits gefunden: Aus der U20 des EV Landshut kommt der 19-jährige Maxim Scholl. Er wurde mit einem U21-Fördervertrag mit Probeoption ausgestattet und stand am Freitag in Düsseldorf bereits im Kader.
Langsamer Beginn
Bis das Spiel den Erwartungen zu entsprechen begann, vergingen zehn Minuten. Beide Mannschaften wirkten nervös, wollten keine Fehler machen und taten doch genau das. Auffällig waren die vielen Puckverluste in der neutralen Zone. Die Torhüter, Ryan Bednard für die DEG und Nico Pertuch für die Towerstars, hatten erst einmal nicht viel zu tun, selbst nicht, als die Gastgeber ab der vierten Minute in Überzahl agierten. In der neunten Minute versuchte Towerstars-Goldhelm Mark Rassell, den Puck in Baseballmanier aus der Luft ins gegnerische Tor zu befördern. Er scheiterte, gab damit aber den Startschuss für ein besseres, temporeicheres Eishockeyspiel. Leon Niederberger setzte sich gegen zwei Ravensburger Verteidiger durch, scheiterte aber an Pertuch (11.). In den Schlussminuten des Drittels kam Ravensburg in Überzahl, und obwohl das Powerplay in dieser Saison nicht gerade zu den Stärken der Towerstars gehört, erzielte Robbie Czarnik mit einem wohlüberlegten Flachschuss durch Bednards Beine das 1:0 (19.).
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In Abschnitt zwei übernahmen die Towerstars die Partie komplett. 15:3 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. 2:0 hieß es zur nächsten Pausensirene aus Gästesicht, doch Düsseldorf hätte sich über einen höheren Rückstand nicht beschweren können. Das Tor erzielte Nick Latta auf ein schönes Zuspiel von Odeen Tufto in der 33. Minute, aber schon zuvor hatten sich zahlreiche Großchancen ergeben. Bednard vereitelte sie alle. Auch zwei Überzahlsituationen veredelten die Oberschwaben nicht, und so hatte Verteidiger Simon Sezemsky im Drittelpauseninterview durchaus recht mit seiner Aussage: „Wir müssen schauen, dass wir jetzt auf jeden Fall noch ordentliche 20 Minuten abliefern.“
Hier regiert der EVR!
Die Towerstars-Fans nach dem Sieg in Düsseldorf
Das taten die Ravensburger, auch wenn es am Ende knapp wurde. Dank einer der stärksten Offensivleistungen in dieser Saison ließen sie das Team aus Nordrhein-Westfalen 18 Minuten lang nicht zur Entfaltung kommen und erhöhten nach vier Minuten im Schlussdrittel auf 3:0. Kurios: DEG-Goalie Bednard hatte beim Schuss von Czarnik, den Erik Karlsson noch abfälschte, nicht nur keine Sicht, er hatte auch keinen Stock – den hatte er bei einer Aktion zuvor verloren.
Düsseldorf gab sich aber nicht auf und so wurde es am Ende doch noch einmal spannend. Yushiroh Hirano in der 57. und Ture Linden in der 59. Minute brachten den achtmaligen deutschen Meister noch einmal heran. Anderthalb Minuten Zittern waren angesagt, und als die endlich abgelaufen waren, konnten die mitgereisten Towerstars-Fans endlich skandieren: „Hier regiert der EVR!“ – und das in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens.
DEL2, 40. Spieltag
Düsseldorfer EG – Ravensburg Towerstars 2:3 (0:1, 0:1, 2:1). – Tore: 0:1 (18:23 ÜZ) Robbie Czarnik (Tufto, Rassell), 0:2 (32:47) Nick Latta (Tufto, Mass), 0:3 (43:26) Erik Karlsson (Czarnik, Hübner), 1:3 (56:06) Yushiroh Hirano (Bradford, Faber), 2:3 (58:29) Tore Linden (Hirano, Bradford). – Strafen: Düsseldorf 8 Minuten, Ravensburg 4 Minuten – Zuschauer: 6427.