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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist ins EM-Finale eingezogen. Nach dem 31:28-Sieg über Kroatien sorgte der ARD-Kommentator für Aufsehen.
Herning – ARD-Kommentator Florian Naß sorgte nach dem Halbfinale der Handball-EM zwischen Deutschland und Kroatien für Aufsehen. Nach dem 31:28-Sieg der Deutschen fand Naß unterstützende Worte für den Gegner aus Kroatien. Er stellte sich offen auf die Seite des deutschen Gegners und kritisierte die Turnierorganisation der Europäischen Handballföderation scharf.
Während die deutsche Mannschaft jubelt, sind die Kroaten am Boden zerstört. © IMAGO/Maximilian Koch
„Ein Wort zu den Kroaten. Sehr zurecht haben sie im Vorfeld dieser Halbfinal-Begegnung gesagt: ‚Wir sind durch den Spielplan benachteiligt worden.‘ Ich kann das nur unterschreiben. Das war eine absolute Sauerei“, äußerte Naß während der Live-Übertragung und sorgte damit für ein klares Statement und eine wichtige Botschaft im Erfolg.
Massive Kritik der Kroaten am Spielplan der Handball-EM
Der ARD-Kommentator ging in seiner Kritik noch weiter: „Eine solche Spielplangestaltung auszugeben und dann der Transfer. Das hat keine Mannschaft verdient.“ Die kroatische Kritik war bereits im Vorfeld des Halbfinales deutlich geworden. Trainer Dagur Sigurdsson, ehemaliger deutscher Bundestrainer, hatte in einer „fast fünfminütigen Wutrede“ gegen die EHF gewettert und die Organisation als „eine Schande“ bezeichnet.
Diese massive Kritik bezog sich auf systematische Benachteiligungen im Turnierablauf. Die Kroaten sahen sich durch ungünstige Spielansetzungen, schwierige Transferwege zwischen den Spielorten und ungleiche Regenerationszeiten benachteiligt. Sigurdssons Wutanfall richtete sich gegen die gesamte Turnierorganisation, die seiner Ansicht nach bestimmte Teams bevorzugte und andere systematisch benachteiligte – eine Kritik, die Naß nun öffentlich unterstützte.
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Naß‘ Aussagen zeigen im Moment des Erfolgs eine besondere Anerkennung für Gegner Kroatien, die der deutschen Mannschaft trotz weniger Regeneration und Reisestress einen großen Kampf boten. Die Ansetzungen und der Turnierplan der EM dürften im Handball, besonders intern, für weitere große Diskussionen sorgen.(tb)