„Weg, weg, weg, die Mullahs müssen weg“ – das skandierten am Samstag Tausende Teilnehmende bei einer großen Demonstration für einen freien Iran in Düsseldorf. Dort stand der Samstag, wie bereits in den vergangenen Wochen, ganz im Zeichen der aktuellen Lage im Iran.

„Frau, Leben, Freiheit“

Junge und alte Menschen, Männer und Frauen, Familien wie Alleinstehende – sie alle protestierten für ein Ende des Regimes im Iran. Insgesamt waren in der Spitze rund 5300 Protestierende unterwegs, wie eine Polizeisprecherin am frühen Abend gegenüber unserer Redaktion sagte. Zu sehen waren wie in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche weiß-rot-grüne Flaggen mit dem Löwen und dem Schwert, die vor der Zeit des Ayatollah-Regimes in Gebrauch waren. Aber nicht nur: Auch Flaggen des Staates Israel und der Bundesrepublik Deutschland waren immer wieder zu sehen, genau wie zahlreiche Schilder mit dem Aufdruck „Frau, Leben, Freiheit“ oder einem Bild des ehemaligen Schahs mit den Worten „MIGA – Make Iran great again“.

Großaufgebot der Polizei im Einsatz

An Außenstehende und Zuschauende an den Straßenrändern wurden zudem weiße Rosen mit einem Schild, auf dem „Sei die Stimme Irans – Danke für eure Solidarität“ stand, verteilt. Begleitet wurde die Demonstration von einem großen Aufgebot der Polizei, die sich an den Rändern des Protestzugs positioniert, aber augenscheinlich wenig zu tun hatte. Das bestätigte auch die Polizeisprecherin: „Die Demonstration lief ohne herausragende Zwischenfälle.“

Einschränkungen auf zahlreichen Bus- und Bahnlinien

Der große Aufmarsch an Demonstranten führte am Mittag zu erheblichen Verkehrseinschränkungen in der Düsseldorfer Innenstadt. Davon waren viele Straßenbahn- und Buslinien betroffen, die ab Hauptbahnhof nicht mehr weiter kamen bzw. schon vorab umgeleitet wurden. Darunter waren die Straßenbahnlinien 701, 705 und 706 via Innenstadt und Berliner Allee sowie die Linien 704, 708, 709 via Hauptbahnhof, die nicht fahren konnten. Auch auf den Buslinien 834, 785, 737, 738 sowie SB55 und SB85 kam es zu Verzögerungen und Ausfällen. Gleiches galt für viele Autofahrer, die sich alternative Wege suchen mussten. So waren die Berliner Allee und Karlstraße teils abgesperrt, Gleiches galt für die Karlstraße und Graf-Adolf-Straße.

Aus zwei Demonstrationen wurde eine große

Zunächst waren für den Samstag mehrere Demonstrationen angekündigt, die dann aber zu einem großen Protestaufgebot zusammengelegt wurden. Dieser setzte sich am Mittag von der Friedrich-Ebert-Straße in der Nähe des Hauptbahnhofs aus in Bewegung. Über die Karlstraße und Graf-Adolf-Straße ging es dann für weiter in Richtung Landtagswiese, wo abends eine Abschlusskundgebung stattfinden sollte.

Seit Wochen Proteste in der NRW-Landeshauptstadt

Bereits am vergangenen Samstag waren in Düsseldorf fast 18.000 Menschen gegen die Regierung im Iran auf die Straße gegangen. Dabei blieb alles friedlich. Unterstützung erhielten die Demonstranten von der Landesregierung. Bei Demonstrationen gegen die Regierung im Iran hatte es im Januar Tausende Tote gegeben.

Bei dem Vorgehen der staatlichen iranischen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana 6479 Menschen getötet, einige Schätzungen gehen sogar von bis zu 25.000 Toten aus. Die USA haben nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe in die Region entsandt.