Meinung
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Wie sehr der Döner von Bang! in Winterthur «berlinert»
Der «Bang! Kebab Club» verspricht eine authentische Berliner Erfahrung. Erreicht der Winterthurer Döner die hohe Messlatte?
Publiziert heute um 12:00 Uhr
Der Bang!-Kebab mit Kalbfleisch lässt sich sehen, kostet aber auch entsprechend.
Foto: Menoa Stauffer
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Der «Bang! Kebab Club» in Winterthur beim Zentrum Neuwiesen gleich hinter dem Bahnhof verspricht Döner wie in Berlin, der Heimatstadt des Kebabs, wo er in den 1970er-Jahren von türkischen Einwanderern geprägt wurde. Entsprechend hoch sind die Erwartungen – und die Skepsis. Besonders von meiner Begleitung, die sich bereits durch acht der bekanntesten Dönerbuden in Berlin getestet hat.
Viele Leute, grosse Bildschirme, das rosa Label überall und Musik dazu – Bang! ist ein Gesamtkonzept.
Foto: Menoa Stauffer
Der Laden läuft. Die jungen Leute, die Hip-Hop-Musik, die knalligen Schriftzüge – der Markenauftritt wird dem Namen gerecht. Bestellt wird an Bildschirmen, die Nummern werden digital angezeigt und von einem der neun Mitarbeiter durch das zweistöckige Lokal gerufen. Wartezeit: 15 Minuten.
Teure Extras und spezielle Saucenauswahl
Angeboten werden die drei Fleischsorten Hühnchen (14 Franken), der «Berliner Spiess» aus festem und gehacktem Kalbfleisch (16 Franken) und Schweizer Kalb (18.50 Franken). Dazu lässt sich das Taschenbrot eines lokalen Bäckers wählen, auch glutenfrei, die Saucen, das Gemüse und die Extras: vom Mais (+ 50 Rappen) über Avocado (+ 1.50 Franken) bis zu Pommes im Döner (+ 3 Franken).
Vibes wie im McDonald’s oder Burger King: Statt an der Theke stellt man hier seinen Kebab nach Wahl am Bildschirm zusammen.
Foto: Menoa Stauffer
Wir wählen das geschichtete Kalbfleisch, da der Berliner-Spiess aus ist, dazu Sauerteigbrot und die für Berlin klassischen Knoblauch- und Kräutersaucen. Mit dem Feta kommt unser Kebab auf stolze 20 Franken. Der Falafel im Fladenbrot mit Avocado-Extra kostet insgesamt 15.50 Franken. Dazu bestellen wir separat Pommes frites (7 Franken).
Typisch Berlin?
Was die berlinerprobte Begleitung vermisst, ist das Grillgemüse, das dort in vielen Lokalen dazugehört. Auch dass einige Spiesse aus homogener Masse statt geschichtetem Fleisch sind, lässt Zweifel an der Qualität aufkommen. Auf den ersten Bissen folgt jedoch ein anerkennendes Nicken. Das Kalbfleisch ist saftig, gut gewürzt, grösstenteils sehr zart und grosszügig portioniert. Das rechteckige Taschenbrot hat nicht nur die authentische Form, sondern die richtige Konsistenz.
Vor allem die Saucen begeistern: Die Kräuter- und Knoblauchsaucen sind leicht, würzig, ausgewogen. Sogar die sonst in Dönern verpönte Cocktailsauce, die wir zu den Pommes bestellt haben, schmeckt dank einer leichten Säurenote und Kräutern ausgezeichnet.
Im vegetarischen Dürüm überzeugen vor allem die Falafel «nach Hausrezept». Sie sind aussen knusprig, innen saftig, mit viel Knoblauch. Die scharfe Sauce gibt der Komposition den nötigen Pfiff. Nur der Fladen ist etwas zu wenig durch und etwas kalt.
Der Falafel im Dürüm erhält volle Punktzahl: Er ist knusprig und geschmacksintensiv.
Foto: Menoa Stauffer
Unser Fazit: «Es berlinert!» Der Bang!-Döner kommt den Berliner Originalen näher als vieles, was es in der Schweiz sonst gibt. Auch wenn es Luft nach oben gibt. Grund genug, ins Lokal des etwas teureren Spezialdöners zu gehen.
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Einloggen Menoa Stauffer ist Redaktorin im Ressort Stadt Winterthur und berichtet schwerpunktmässig über Bildung, Gesundheit, Soziales und Geschichte. Mehr Infos
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Der Bang!-Kebab mit Kalbfleisch lässt sich sehen, kostet aber auch entsprechend.
Foto: Menoa Stauffer
Viele Leute, grosse Bildschirme, das rosa Label überall und Musik dazu – Bang! ist ein Gesamtkonzept.
Foto: Menoa Stauffer
Vibes wie im McDonald’s oder Burger King: Statt an der Theke stellt man hier seinen Kebab nach Wahl am Bildschirm zusammen.
Foto: Menoa Stauffer
Der Falafel im Dürüm erhält volle Punktzahl: Er ist knusprig und geschmacksintensiv.
Foto: Menoa Stauffer