Wegen Sicherheitsbedenken

Ein vor eineinhalb Jahren angekündigter Verkauf von Eutelsat-Bodenantennen an den schwedischen Finanzinvestor EQT kommt wegen Sicherheitsbedenken der französischen Regierung doch nicht zustande. Der Deal hätte dem Satellitenbetreiber 550 Mill. Euro eingebracht.

Eine Eutelsat-Bodenstation in Rambouillet bei Paris. Die Anlage dient zur Kommunikation mit Satelliten. Eine Eutelsat-Bodenstation in Rambouillet bei Paris. Die Anlage dient zur Kommunikation mit Satelliten.

Reuters Paris

Frankreich hat einen geplanten Verkauf von Bodenantennen des Satellitenbetreibers Eutelsat aus Gründen der nationalen Sicherheit gestoppt. Finanzminister Roland Lescure erklärte am Freitag, er habe die Veräußerung der Antennen an den schwedischen Finanzinvestor EQT untersagt. „Diese Antennen werden sowohl für die zivile als auch für die militärische Kommunikation genutzt“, sagte Lescure dem Sender TF1. Eutelsat sei der einzige europäische Wettbewerber zum Satelliten-Netzwerk des US-Tech-Unternehmers Elon Musk und damit eindeutig ein strategisches Gut.

Die Bodenantennen verbinden Satelliten mit terrestrischen Netzwerken und gelten wegen ihrer zivilen und militärischen Verwendbarkeit als sensible Infrastruktur. So stellt Eutelsat der französischen Armee Satellitendienste zur Verfügung und unterzeichnete erst im vergangenen Jahr einen entsprechenden Zehnjahresvertrag über 1 Mrd. Euro.

Die Entscheidung habe nichts mit dem Investor zu tun, sondern allein mit der französischen Souveränität, ergänzte Lescure. Der Deal hätte Eutelsat rund 550 Mill. Euro eingebracht. Frankreich ist mit 29,6% größter Anteilseigner von Eutelsat.

An der Börse sorgte die Absage für Enttäuschung: Die Aktien des Unternehmens gaben in Paris um mehr als 5% nach.