Die neue Förderung für Elektroautos in Deutschland hat das Kundeninteresse bereits kurz nach ihrer Ankündigung sprunghaft steigen lassen. Sowohl die Onlineplattformen Meinauto.de und Carwow als auch der Präsident des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, bestätigen dies auf Anfrage der dpa. Bei den Plattformen hat sich die Zahl der Anfragen teilweise vervielfacht.

„Wir sehen derzeit ein sehr hohes Interesse. Ich denke, es kommt bei den Privatkunden sehr gut an“, sagt Peckruhn über das Förderprogramm. Die Erfahrung zeige, dass solche Aktionen des Staats immer eine deutliche Reaktion bei den Kunden erzeugten. Das sei schon bei der Abwrackprämie 2009 so gewesen und dann auch bei der ersten Elektroautoförderung. Leider habe deren abruptes Ende aber auch einen sehr starken Effekt in die andere Richtung gezeigt.

Abzuwarten bleibt, ob mit Unterstützung der Prämie der Anteil billiger Importe – insbesondere aus China – steigen wird. Die Hersteller aus Fernost haben insbesondere in günstigeren Preissegmenten viele Modelle im Angebot. Auf einen Aufschwung durch die Prämie dürfte auch der weltgrößte E-Autohersteller, BYD, hoffen. Das chinesische Unternehmen musste gerade erst für Januar einen Absatzeinbruch von rund 30 Prozent melden. Damit schrumpfte ‌der Absatz den fünften Monat in Folge. Einen Grund für den Rückgang nannte BYD nicht. Das ⁠Unternehmen kämpft mit externen Unsicherheiten ‌und einem harten Preiskampf auf dem Heimatmarkt, wo Konkurrenten wie Geely und Leapmotor im Budget-Segment Druck machen. Auch die Produktion wurde gedrosselt und fiel um ‍29,1 Prozent.

Viele Kunden haben Fragen

In Deutschland kämen viele Kunden mit Fragen, sagt Peckruhn. Kompliziert werde es vor allem bei Leasingverträgen, wenn die Prämie vorfinanziert werden müsse – schließlich könne man sie erst nach der Zulassung beantragen. Das führe dazu, dass ein Teil der Kunden derzeit auch noch abwarte, wie die Regelungen ganz konkret ausfallen. Der ZDK hat daher bereits die Bundesregierung aufgefordert, bei der Umsetzung des Programms keine Zeit zu verlieren.

Auch im Internet zeigt sich das hohe Interesse sehr deutlich: Bei Meinauto.de hat sich der Traffic auf den Seiten zu Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Prämien im Vergleich zum Dezember mehr als verzehnfacht, wie ein Sprecher sagt. Interessanterweise ist allerdings auch das Interesse an anderen Antriebsarten gestiegen, wenn auch in sehr viel geringerem Maß. „Die Förderung hat bei vielen wohl den Wunsch auf Neuwagen geweckt.“ Carwow verzeichnete nach der offiziellen Ankündigung der Förderung einen Anstieg der Anfragen zu Elektroautos auf mehr als das Dreifache im Vergleich zur Vorwoche. Elektrofahrzeuge machten dadurch fast drei Viertel der Anfragen aus.

Das Bundesumweltministerium hatte vergangene Woche angekündigt, dass Privatkunden beim Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender wieder eine staatliche Förderung bekommen können. Je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen liegt sie zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Doch es gibt Einkommensobergrenzen – für eine Familie mit zwei Kindern sind es beispielsweise 90 000 Euro. Und die maximale Förderung von 6000 Euro bekommt diese Familie nur mit einem Haushaltseinkommen von maximal 45 000 Euro.