Netflix hat wieder einmal einen Thriller aus den 2000er Jahren in sein Streaming-Angebot aufgenommen. Dieses Mal handelt es sich um einen Titel, der in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist, trotzdem aber einen Blick wert ist. Die Rede ist von Awake mit Hayden Christensen und Jessica Alba.

Awake bei Netflix: Ein nervenaufreibender Krankenhaus-Thriller mit unerwarteten Wendungen

Auf den ersten Blick wirkt Awake gar nicht wie ein spannungsgeladener Thriller: Im New York der Gegenwart lernen wir mit Clay Beresford (Hayden Christensen) den Erben eines Milliardärs kennen, der Gutes tun möchte, jedoch an einem Herzfehler leidet. Mit seiner Mutter Lilith (Lena Olin) hat er sich verstritten. Sie weiß nicht einmal von seiner Freundin Sam (Jessica Alba). Clay hält die Beziehung geheim.

Als er eines Abends von dem befreundeten Chirurgen Jack (Terence Howard) informiert wird, dass ein Spenderherz eingetroffen ist und er sofort operiert werden kann, spitzen sich die Ereignisse zu. Lilith trifft im Krankenhaus auf Sam, die sich kurz zuvor mit Clay verheiratet hat. Clay wiederum muss schockiert feststellen, dass die Narkose nur halb anschlägt: Sein Körper ist gelähmt, sein Geist bei vollem Bewusstsein.

Spätestens in diesem Moment lässt Awake seine melodramatischen Züge hinter sich und wechselt in den Thriller-Modus. Denn während Clay gegen die unfassbaren Schmerzen der Operation ankämpft, dämmert ihm bald noch ein viel größeres Übel: Die Ärzte um ihn herum sind gar nicht daran interessiert, ihn am Leben zu halten. Die Operation, die eigentlich sein Leben retten sollte, dient nun dazu, es zu beenden.

Ein Thriller ohne Ausweg: In Awake können wir genauso wenig ausrichten wie der Protagonist

Awake ist einer dieser Thriller, die mit einer ganz spezifischen Idee aufwarten, die als Antrieb des gesamten Films funktioniert. Clay kann sich weder bewegen noch in irgendeiner Form mit jemandem kommunizieren, ist aber komplett im Bilde um die Dinge um ihn herum. Genauso tatenlos wie wir muss er mitansehen, wie sein Tod in großen Schritten näher rückt. Doch wer hat ihn in die Wege geleitet und warum?

Regisseur und Drehbuchautor Joby Harold streut die Spuren zwar nicht allzu subtil, immerhin wird Clay direkt am Anfang als Figur mit einem großen Vermögen eingeführt. Wie die Intrige gegen sein Leben genau vonstattengeht, erweist sich dennoch als spannende Spurensuche. Plötzlich hat fast jede Figur in seinem Umfeld ein Motiv, was die Aussichtslosigkeit der Situation mit jeder Minute extrem steigert.

Der größte Reiz von Awake gestaltet sich im Wettlauf gegen das Unvermeidbare. Wie in aller Welt soll Clay aus dieser Einbahnstraße entkommen? Harold gibt uns wenig Grund zur Hoffnung und schickt seinen Protagonisten mehrmals ins Jenseits, wo er Gespräche mit nahestehenden Menschen führt und mit Erinnerungen an seine Vergangenheit konfrontiert wird. Nicht selten sind es schmerzvolle.

Knapp eineinhalb Stunden spannt uns der Film auf die Folter, ehe sich im Showdown die Ereignisse überschlagen. Was Harold besonders gut gelingt, ist es, ein Gespür für Clays intensive Wahrnehmung zu verschaffen. In seiner Inszenierung rauschen zahlreiche Details an uns vorbei – von Close-ups bis zu markanten Soundeffekten. Wir kriegen alles ganz genau mit und können trotzdem nichts davon greifen.

Awake streamt seit dem 28. Januar 2026 bei Netflix im Abo.