
AUDIO: Gedenkveranstaltung für getötete 18-jährige Frau (1 Min)
Stand: 01.02.2026 19:20 Uhr
Im Hamburger Stadtteil Wandsbek sind am Sonntag zahlreiche Menschen zum U-Bahnhof Wandsbek Markt gekommen. Sie gedachten dort der jungen Frau, die am Donnerstagabend von einem Mann unvermittelt vor eine einfahrende U-Bahn gerissen worden war und dann starb.
Anfangs war es nur eine kleine Gedenkfeier für Angehörige und enge Freunde auf dem Bahnsteig der U1 nahe der Unglücksstelle. Doch es kamen immer mehr Menschen, zumeist mit iranischen Wurzeln aus Hamburg, denen der Tod der 18-Jährigen nahe geht.
Da es zwischen den Gleisen der U1 im Laufe des Nachmittags immer voller wurde, wurde die Gedenkfeier oben auf dem weitläufigen Gelände des Busbahnhofs fortgesetzt. Am Ende wurden laut Medienberichten etwa 200 Teilnehmende gezählt.
Viele Menschen legen Blumen nieder

Viele Menschen haben an der Unglücksstelle Blumen und Kerzen niedergelegt.
Trauer und Verzweiflung bei den Angehörigen, Bekannten und Freunden der getöteten jungen Frau sind groß. Viele hielten sich am Sonntagnachmittag an den Händen – sie hatten Blumen mitgebracht und Kerzen. Einige hielten auch Fotos der Verstorbenen in den Händen, die sie zum Gedenken auf den Boden im U-Bahnhof legten. Sie wollten ganz persönlich Abschied nehmen und den Angehörigen kondolieren, sagten sie NDR 90,3.
Das Unglück, das viele Menschen in Hamburg bewegt, hatte sich am Donnerstagabend ereignet. Ein 25 Jahre alter Mann aus dem Südsudan hatte offenbar gezielt auf eine einfahrende U-Bahn gewartet und die junge Frau gepackt und sich mit ihr vor den einfahrenden Zug geworfen. Beide starben noch an der Unfallstelle. Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich die beiden nicht.

Ein 25-Jähriger hat sich am Donnerstag mit einer Frau vor die U1 gestürzt. Laut Staatsanwaltschaft war der Mann schon „strafrechtlich in Erscheinung“ getreten.
Mahnwache der AfD und Gegenkundgebung
Am späten Sonntagnachmittag hat an einem Nebeneingang des U-Bahnhofs Wandsbek Markt auch eine Kundgebung zum Gedenken an die getötete 18-Jährige stattgefunden, zu der die AfD aufgerufen hatte. Knapp 50 Menschen nahmen daran teil.
Auf der anderen Straßenseite versammelten sich rund 100 Menschen zu einer Gegenkundgebung. Dort gab es keine Reden, stattdessen wurde besinnliche, klassische Musik gespielt. Die Polizei trennte die beiden Versammlungen voneinander.