Ab Montagfrüh um drei Uhr bis Dienstagmorgen um die gleiche Zeit stehen im Rahmen eines bundesweiten Warnstreiks sämtliche U-Bahnen sowie die meisten Busse still. Aufgrund einer Sondervereinbarung zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) rollen die Straßenbahnen – doch Fahrgäste müssen draußenbleiben.

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„Die BVG ist auf uns zugekommen und hat darum gebeten, den Betrieb bei der Straßenbahn nicht komplett einzustellen“, erklärte der Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt das bislang einmalige Vorgehen am Sonntag gegenüber der Berliner Morgenpost. Angesichts der aktuellen Extremwetterlage sei dies notwendig, damit die gerade erst seit Samstagnachmittag auf allen Linien komplett enteisten Straßenbahn-Oberleitungen nicht erneut einfrieren. Würden sie bei der angekündigten Wetterlage nicht regelmäßig befahren, könne es zur Wiedervereisung kommen – und damit zu weiteren Einschränkungen für die Fahrgäste auch nach Streikende.

Straßenbahnen im Osten weiter unregelmäßig, Fachleute der BVG enteisen die Oberleitungen einer Straßenbahnstrecke

Fachleute der BVG enteisen die Oberleitungen einer Straßenbahnstrecke, fotografiert am 28.01.2026 in Berlin.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Straßenbahnen rollen im 30-Minuten-Takt

Die BVG teilte am Sonntag mit, dass die Tram-Leerfahrten ausgedünnt ungefähr alle 30 Minuten erfolgen sollen – dies sei ausreichend, um ein erneutes Vereisen zu verhindern. Diese Leerfahrten seien als „Betriebsfahrten“ gekennzeichnet, erfolgten nicht nach Fahrplan und würden auch nicht für Fahrgäste an den Haltestellen halten.

Dass die Straßenbahnen trotz der Kälte zwar rollen, aber dennoch keine Passagiere befördern dürfen, liegt laut Verdi-Verhandlungsführer Canyurt „allein an den Arbeitgebern“. Auf die Forderungen der Beschäftigten sei mit Gegenforderungen nach Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen reagiert worden. Verdi hat für Montag bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind 150 städtische Verkehrsunternehmen und Busbetriebe der Landkreise sowie die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. 

Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr

In den seit November laufenden Verhandlungen fordert Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

S-Bahn Berlin stockt während Verdi-Streik Angebot auf

Angesichts des Warnstreiks erweitert die nicht betroffene Deutsche Bahn das Angebot im S-Bahn-Verkehr. „Am Montag, 2. Februar, bietet die S-Bahn Berlin zusätzliche Fahrten auf der Linie S1 an“, teilte das Unternehmen mit. Demnach werde zwischen den Bahnhöfen Zehlendorf und Potsdamer Platz tagsüber auf der Linie ein 5-Minuten-Takt eingerichtet. Außerdem will die Bahn zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Wedding wieder Ersatzbusse fahren lassen.

Diese Buslinien fahren trotz des Streiks

Trotz des Streiks werden auch einige Busse durch Berlin rollen, weil sie im Auftrag der BVG von anderen Unternehmen gefahren werden. Dies gilt für die Linien 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363 sowie die Nachtlinien N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95 und N97. Auch der Shuttle-Dienst Muva kann genutzt werden.

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Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) warnt vor Auswirkungen auch auf den Straßenverkehr: „Vor allem auf den Berliner Stadtautobahnen ist mit deutlich längeren Fahrzeiten zu rechnen“, schreibt die VIZ. Insbesondere im Bereich Dreieck Charlottenburg, Dreieck Funkturm, vor der Baustelle an der AS Detmolder Straße, im Dreieck Neukölln sowie an der Baustelle auf der A115 sei mit Stau zu rechnen. Auf den zuführenden Bundesstraßen B1, B2, B5, B96, B96a und B158 sollten Autofahrer ebenfalls deutlich mehr Zeit einplanen.