Der Ulmer Tobias Jensen zieht an seinem Gegenspieler Justinian Jessup vorbei.

Stand: 01.02.2026 20:59 Uhr

Dicke Überraschung in der Basketball-Bundesliga: Ausgerechnet die zuletzt so schwachen Ulmer fügen Bayern München die erste Heimniederlage zu. Ulm gewinnt sogar deutlich 79:62.

Damit hatte kaum einer gerechnet. Das Ratiopharm-Team von der Donau, das sich zuletzt gegen die Tabellenletzten aus Hamburg und Heidelberg mit Niederlagen blamiert hatte, zerlegt im Schlussviertel das Starensemble von der Isar und sorgt für die erste Heimniederlage der Bayern in dieser Saison. Trainer Ty Harrelson hatte erst vor Kurzem seine Mannschaft in einer Pressekonferenz öffentlich heftig kritisiert und ihr mangelnde Einstellung und Kampfgeist vorgeworfen. Am Sonntagabend zeigt sein Team eine beeindruckende Reaktion.

Einsatz und Kampfgeist bei Ulmer stimmen

Nach einem 0:4-Start finden die Ulmer gut in die Partie. Ledlum und Sengfelder verwandeln Dreier. Mark Smith setzt sich unmittelbar am Korb durch und besorgt die Ulmer 14:7-Führung. Die Bayern zeigen vereinzelt ihre individuelle Klasse. Doch bis zum Ende des ersten Viertels behalten die Gäste die Oberhand. 18:14 für Ulm.

Das ratiopharm-Team präsentiert sich konzentriert mit guten Passspiel. Tobias Jensen im Sprint, passt kurz vor dem Korb auf Alec Anigbata, der vollendet zur Ulmer Acht-Punkte-Führung (27:19). Auch wenn die Gäste noch ein paar gute Chancen liegen lassen, Einsatzbereitschaft und Kampfgeist stimmen. Ulm ist zur Halbzeitpause 41:37 in Front.

Ulm mit guten Antworten auf kleine Bayern-Läufe

Die Bayern kommen immer noch nicht in Fahrt, während Ulm aufmerksam verteidigt und Jensen und Sengfelder Distanzwürfe treffen. Bayern-Coach Pesic nimmt eine Auszeit, weil das ratiopharm-Team bereits mit zehn Punkten führt (49:39). Der große Ansturm der Bayern bleibt aber aus, auch weil Ulm auf gute Aktionen der Münchner selbst gute Antworten hat. 60:55 für die Gäste nach drei Abschnitten.

14:0-Lauf im Schlussviertel sorgt für Entscheidung

Fünf Zähler Rückstand sind für das Starensemble von der Isar eigentlich nicht viel. Doch dem sonst so dominanten Deutschen Meister fällt im Angriff gegen eine stabile Ulmer Verteidigung nichts Besonderes ein. Ihre Dreierquote ist mit 13 Prozent unterirdisch. Und die Ulmer legen jetzt erst noch so richtig los, ziehen mit einem 14:0-Lauf davon. Knapp drei Minuten vor Schluss sorgt Tobias Jensen mit einem starken Korbleger zum 76:59 aus Ulmer Sicht für die Vorentscheidung. Die mitgereisten Ulmer Fans können ihr Glück kaum glauben, bejubeln kurz danach den deutlichen 79:62-Auswärtssieg.

Die Ulmer spielen am kommenden Sonntag zuhause gegen Trier während Bayern auswärts in Heidelberg ran muss.

Südwestrundfunk