Lange Eiszapfen hängen von einem Verkehrsschild an einer Straße im Oderbruch im östlichen Brandenburg (Quelle: DPA/Patrick Pleul)

Stand: 01.02.2026 16:52 Uhr

Strenger Frost hält Berlin und Brandenburg fest im Griff. In den nächsten beiden Nächten könnte die Temperatur deutlich in den zweistelligen Bereich rutschen. Zusammen mit Wind kann es sich geradezu sibirisch anfühlen.

  • Temperaturen in Berlin und Brandenburg sinken
  • Nächte sollen sehr kalt werden – bis -14 Grad erwartet
  • Wind verstärkt Wärmeverlust und Kältegefühl
  • In der Uckermark könnten sich die Temperaturen wie -20 Grad und darunter anführen

Der Winter in Berlin und Brandenburg bleibt frostig. Für Sonntag rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Höchsttemperaturen von -9 bis -4 Grad – in den kommenden Tagen soll es dann noch kälter werden.

„Es bleibt winterlich mit sehr kalten Nächten“, sagte Torsten Walter vom ARD-Wetterkompetenzzentrum am Sonntag gegenüber rbb|24. „In der Nacht auf Montag kann es in der Uckermark bis auf -14 Grad runtergehen. In Berlin erwarten wir Temperaturen bis -10 Grad.“ In der gesamten Region müsse mit strengem Frost gerechnet werden, so Walter.

Gefühlt deutlich kälter bei geringer Luftqualität

Durch den anhaltenden Ostwind werde sich dies noch deutlich kälter anfühlen, sagte er. „Das kann bis auf -22 Grad in der Uckermark runtergehen. In Berlin kann es sich morgen früh wie -17 Grad anfühlen.“ Im Südwesten Brandenburgs, wo es nicht ganz so kalt wird, könnte der Windchill-Effekt – also die gefühlte Temperatur – bis auf -7 Grad absinken, sagte der Wetterexperte.

Das Wetter wirkt sich auch auf die Luftqualität aus. Aufgrund der Windrichtung weht zusätzliche verschmutzte Luft heran. „In Polen werden ja noch Unmengen von Kohle verbrannt“, erklärt ARD-Wetterexperte Walter. „Die dadurch ausgestoßenen Schadstoffe könnten sich in der Luft ansammeln.“ Dabei sorge die herrschende stabile Wetterlage ohnehin schon für vergleichsweise schlechte Luft, sagte Expertin Ute Dauert vom Bundesumweltamt Antenne Brandenburg.

Daten des Umweltbundesamtes wiesen am, Sonntag an zahlreichen Orten in Berlin und Brandenburg eine mäßig gute oder schlechte Luftqualität aus [umweltbundesamt.de].

Was helfen könnte, seien Niederschläge – in Form von Regen oder Schnee, sagte Ute Dauert, diese würden die Schadstoffe aus der Luft „waschen“. Asthmatikern empfiehlt sie, die Luftqualität mit Apps zu checken. Aber: Auch wenn die Luftqualität draußen nicht gut sei, sei sie besser als alte Wohnungsluft; zum Lüften rät die Expertin deshalb trotzdem.

In den kommenden Tagen werde die Kälte demnach bestehen bleiben. Für die Nacht zu Dienstag werden ähnliche Tiefstwerte erwartet. „Im Verlauf der Woche schwächt sich der Frost dann allmählich etwas ab. Wir bleiben aber weiterhin im winterlichen Bereich.“

Möglicherweise könnten Temperaturen über dem Gefrierpunkt bis Freitag auf sich warten lassen, so Walter. Für eine zuverlässige Vorhersage dazu sei es aber noch zu früh. Nach derzeitigem Stand seien auch dann noch Tiefstwerte zwischen -3 und bis zu -7 Grad möglich.

Schlechte Luft: Smog über der Berliner Stadtautobahn

Heiter bis wolkig und vorerst trocken

In den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie in Cottbus könne vielleicht schon am Donnerstag die Marke von null Grad überschritten werden. „Am Freitag könnte es dort bis auf plus ein oder zwei Grad hochgehen“, so Torsten Walter vom ARD-Wetterkompetenzzentrum. „In der Uckermark wird es aber bei leichtem Dauerfrost bleiben.“

Unterdessen bleibt das Wetter vorerst trocken, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Am Dienstag wird es heiter bis wolkig. Gegen Ende der Woche könnte es örtlich Niederschläge geben.

Hintergrund der aktuellen Wetterlage ist laut ARD-Wetterkompetenzzentrum Hoch „Daniel“, das schon einige Tage über Skandinavien liegt. Dieses lenke extrem kalte sibirische Luftmassen nach Osteuropa. Und wo dann feucht-milde Meeresluft aus Südwesten auf die arktische Kaltluft aus Nordosten trifft, komme es zu Regen, Schneeregen, Schnee, Glatteisregen oder Eiskörnern.

Sendung: rbb24 Inforadio, 01.02.2026, 10:30 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg